Erstellt am 26. Oktober 2015, 17:22

Rund 5.000 Menschen warteten in Spielfeld. Etwa 5.000 Flüchtlinge haben am Montag vorübergehend in der Sammelstelle in Spielfeld (Bezirk Leibnitz) versorgt werden müssen.

 |  NOEN, AFP

Mehr als 3.000 Menschen waren bis zum Nachmittag aus Sentilj über die Grenze gekommen. In Bad Radkersburg kamen mehr als 1.100 Migranten an. Tausende wurden mit Bussen in Notquartiere gefahren und das war laut Polizei trotz der vielen Menschen geordnet verlaufen.

Bis zum späten Nachmittag hatte sich die Zahl der wartenden Flüchtlinge in Spielfeld auf etwa 3.200 verringert. Gegen 14.00 Uhr fuhr ein Sonderzug mit mehr als 500 Personen in Graz los. Seitens der Polizei aus Maribor hieß es, dass weitere Tausende Flüchtlinge auf den Einlass nach Österreich warteten.

Die meisten kamen im Laufe des Vormittags mit Bussen und Zügen aus den Aufnahmezentren an der Grenze mit Kroatien nach Sentilj. In Gornja Radgona waren am Nachmittag noch etwa 370 Menschen, die über die Grenze nach Bad Radkersburg wollten.

Gegen 15.30 Uhr kam es in Spielfeld zu einem Aufmarsch von Anhängern der "Identitären" sowie "normalen" Bürgern, sagte Polizeisprecher Leo Josefus. Etwa 100 Teilnehmer wurden gezählt. Sie schwenkten österreichische und steirische Fahnen. Eine Demonstration bei der Sammelstelle war nicht genehmigt, da der Antrag zurückgezogen worden war. Die Bewegung dürfte die Protestaktion jedoch wie schon am Samstag - da hatten etwa 20 Personen teilgenommen - als "Flashmob" deklarieren. Die Bezirkshauptmannschaft Leibnitz will den Marsch aber jedenfalls prüfen.

In der Nacht auf den Nationalfeiertag wurden 13.200 Flüchtlinge in Österreich in Notunterkünften betreut. Etwa 4.300 haben in den vergangenen Wochen einen Asylantrag gestellt, gab der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, am Montag bekannt.

Obwohl noch am Sonntag mehr als 1.000 zusätzliche Plätze für die Hilfesuchende geschaffen werden konnten, haben vor allem in Oberösterreich nicht alle einen Platz in einer betreuten Notunterkunft gefunden. An der Grenze zu Deutschland kam es zu einem beträchtlichen Rückstau mit langen Wartezeiten im Freien, der sich nur langsam auflöste, sagte Foitik.

Auch am Nationalfeiertag erwartete das Rote Kreuz wieder zahlreiche Grenzübertritte von Slowenien nach Österreich. Man "hoffe sehr, dass auch Deutschland weiterhin seine politischen Zusagen zur Übernahme aller Menschen auf der Flucht aus Österreich einhält", erklärte der Bundesrettungskommandant.