Erstellt am 23. November 2015, 10:21

von APA/Red

Salzburg rückte an Austria heran und will Platz eins zurück. Nach Rapid hat auch Titelverteidiger Salzburg den Ausrutscher von Tabellenführer Austria ausgenützt.

Die "Bullen" kamen Platz eins dank des 3:1-Heimsiegs im Schlager der 16. Liga-Runde gegen Sturm Graz am Sonntag bis auf einen Punkt nahe. Vier Runden stehen im Herbstfinish noch aus, Salzburgs Ziel ist klar: "Wir wollen als Erster in die Winterpause gehen", sagte Außenverteidiger Andreas Ulmer.

Der fünfte Heimsieg der Salzburger in Folge war schmeichelhaft. Die Grazer hatten vor allem nach der Pause einen couragierten Auftritt hingelegt, ein Punktgewinn wäre verdient gewesen. "Es war ein glücklicher Sieg. Wir haben auch nach dem 1:0 wenig Kontrolle über das Spiel bekommen. Die Defensivleistung war nicht zufriedenstellend, deshalb war das 1:1 logisch. Wir haben noch einiges zu verbessern", analysierte Salzburg-Trainer Peter Zeidler.

Spieler geben sich selbstkritisch

Auch seine Spieler gaben sich selbstkritisch. "Das Spiel nach vorne war zu wenig präzise und wir haben zu viele Zweikämpfe verloren", sagte Ulmer. Und sein Abwehrkollege Christian Schwegler ergänzte: "Es war ein Arbeitssieg, für den wir auch Glück benötigt haben. Mit der Leistung können wir nicht zufrieden sein, aber man muss auch Spiele, die auf des Messers Schneide stehen, erst gewinnen."

Erfolgsgaranten waren Doppel-Torschütze Jonatan Soriano (21., 93.) und Mittelfeldmotor Naby Keita (87.), die in der Schlussphase für die Entscheidung sorgten. Deren Klasse gab den Ausschlag. Soriano ist mit elf Saisontoren schon jetzt auf Kurs in Richtung dritte Torjägerkrone in Folge. "Das war ein sehr schwieriges Spiel, zufrieden können wir nur mit den drei Punkten sein", gab auch das spanische Club-Aushängeschild zu.

Hinteregger wieder Abwehrchef

In der Defensive durfte Martin Hinteregger nach erfolgter Aussprache wieder den Abwehrchef geben. Der ÖFB-Teamverteidiger war bei seinem Comeback sehr bemüht, hatte aber auch Glück, dass ein umstrittener Zweikampf mit Bright Edomwonyi in der Schlussphase nicht mit einer Roten Karte geahndet wurde. "Martin wird mit mehr Spielpraxis besser werden", sieht Zeidler beim 23-Jährigen Luft nach oben. Die nächste Bewährungsprobe wartet am Samstag im Salzburger Duell in Grödig. "Da müssen wir anders auftreten", meinte Schwegler.

Für die Grazer gilt es in den nächsten Wochen vor allem ihre Aktionen besser zu Ende zu spielen, sowie mehr Effizienz an den Tag zu legen. "Salzburg ist nicht mehr die Übermacht wie in den letzten Jahren, hat aber ganz einfach die Chancen besser genutzt als wir. Wir haben eine super Leistung abgeliefert, aber davon können wir uns nichts kaufen", ärgerte sich Roman Kienast. Der zuletzt so treffsichere Topstürmer der Grazer ließ zwei gute Chancen aus.

Foda zeigt sich zufrieden

Franco Foda musste damit einmal mehr als Trainer aus Salzburg mit leeren Händen heimreisen. "Es war ein sehr intensives Spiel mit einem hohen Tempo, es ist rauf und runter gegangen", fasste der Deutsche zusammen. Obwohl es nicht zumindest für ein Unentschieden reichte, strich er das Positive hervor. "Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Ich bin zwar kein Freund von Statistiken, aber wenn man die anschaut und sieht, dass wir hier gleich viel Torschüsse hatten wie die Salzburger, dann heißt das schon einiges."

Aus dem Rennen um die Winterkrone mussten sich die Grazer nach der zweiten Saisonniederlage gegen Salzburg verabschieden. Acht Punkte fehlen bereits auf die Austria, vier Zähler ist der Rückstand auf den Dritten Rapid und damit den letzten fixen Europacup-Platz. "Wir sind in der Lauerposition, müssen aber jetzt in unseren Leistungen einfach konstanter werden", sagte Tormann Michael Esser.

Das gilt vor allem für die Auswärtsspiele, da gab es zuletzt drei Niederlagen, darunter zwei gegen die unmittelbaren Konkurrenten Rapid (1:2) und Salzburg. "Die Liga ist auf jeden Fall ausgeglichener geworden. Mannschaften wie Salzburg und Rapid sind in den entscheidenden Momenten aber effektiver und besser als wir", sieht Foda sein Team noch nicht auf einer Ebene mit den Titelkandidaten Nummer eins und zwei.