Erstellt am 03. März 2016, 16:51

von APA/Red

Schrebergartenleiche: Lebenslange Haft für 45-Jährigen. Im Fall eines im Vorjahr in seinem Schrebergarten getöteten 59-jährigen Innsbruckers ist am Donnerstag der 45-jährige Angeklagte wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Angeklagter bestritt Tötungsabsicht  |  NOEN, APA

Der Schuldspruch der Geschworenen fiel einstimmig. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig. Die Verteidigung erbat sich Bedenkzeit und gab keine Erklärung ab. Der Staatsanwalt meldete Rechtsmittelverzicht an.

Richter Thomas Dampf begründete die Verhängung der Höchststrafe mit der brutalen Vorgangsweise des Beschuldigten. "Sie haben massiv, mit enormer Gewalt und Brutalität mehrfach auf ihr Opfer eingeschlagen, auch noch als dieses schon am Boden lag", sagte der Richter.

Dem 45-Jährigen war vorgeworfen worden, sein Opfer vorsätzlich getötet zu haben, indem er ihm mehrfach einen Stein auf den Kopf schlug. Der Beschuldigte hatte vor Gericht zwar die Tat gestanden, jegliche Tötungsabsicht aber bestritten. Der 59-Jährige habe sich ihm sexuell angenähert, woraufhin er ihn zuerst weggeschubst und dann mit dem Stein geschlagen habe, meinte der Angeklagte, der zum damaligen Zeitpunkt im Schrebergartenhaus seines Opfers wohnte.

"Dann habe ich die Leiche nach draußen gezogen, in einer Mulde eingegraben und Laub drüber gelegt", schilderte der 45-Jährige. Heute wisse er nicht mehr, warum er den Stein genommen und zugeschlagen habe, beteuerte der Mann. Er wollte den 59-Jährigen aber keinesfalls töten.

Staatsanwalt Hermann Hofer merkte in seinem Schlussplädoyer an, dass er der Version des Angeklagten keinen Glauben schenken könne. "Das Opfer hat ihn aufgefordert, sich einen Job zu suchen und aus der Schrebergartenhütte auszuziehen", sagte Hofer in Richtung der Geschworenen. Deshalb sei es zu einem Streit gekommen.

Psychiaterin Adelheid Kastner attestierte dem 45-Jährigen in ihrem Gutachten eine neurotische Persönlichkeitsstörung. "Er schiebt alle unangenehmen Dinge immer auf die Seite und verdrängt sie", meinte Kastner. In Innsbruck habe er sich dann in einer prekären und angespannten Situation befunden, was zu einer hohen unbewussten Anspannung geführt habe. Bei der Tat sei diese Anspannung dann vulkanartig ausgebrochen.

Der 45-Jährige zeigte sich in seinem Schlusswort reumütig. "Ich entschuldige mich bei den Angehörigen. Es tut mir leid, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen", sagte der Angeklagte.

Das 59-jährige Opfer war Ende März 2015 von seinem Sohn als vermisst gemeldet worden. Nach der Leiche des Innsbruckers war zunächst mehrere Wochen gesucht worden, ehe sie ein Kameramann zufällig bei Dreharbeiten in dem Schrebergarten entdeckte.