Erstellt am 14. August 2016, 12:38

von APA Red

Täter und ein Opfer verstorben. Nach dem Angriff in einem Zug im St. Galler Rheintal in der Schweiz ist am Sonntag sowohl der 27-jährige Täter als auch ein 34-jähriges Opfer seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Mann hatte Zugreisende am Samstag mit brennbarer Flüssigkeit und einem Messer angegriffen und sechs Personen verletzt. Der Schweizer zündete laut Polizei einen Waggon an und ging mit einem Messer auf Passagiere los.

 |  APA/dpa

Das Motiv des Täters ist bisher nicht bekannt. Die Attacke ereignete sich laut der Polizei gegen 14.20 Uhr im ostschweizerischen Kanton St. Gallen. Demnach schüttete der Angreifer in dem Waggon eine brennbare Flüssigkeit aus, die in Brand geriet. Der Mann sei zudem mit "mindestens einem Messer" bewaffnet gewesen.

Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich in dem Zug dutzende Passagiere befunden. Niemand von ihnen habe den 27-Jährigen überwältigt, vielmehr sei er durch das Feuer schwer verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen leitete Ermittlungen ein.

Unklar war zunächst, ob die Tat wie andere Angriffe in Europa in den vergangenen Monaten einen islamistischen Hintergrund hatte. Die Polizei wollte entsprechende Spekulationen zunächst weder dementieren noch bestätigen. Am Samstagabend durchsuchte sie die in einem der Nachbarkanton gelegene Wohnung des Angreifers. Dieser hat demnach keinen Migrationshintergrund.

Unter den Opfern des Mannes waren laut Polizei ein sechsjähriges Kind, zwei Männer im Alter von 17 und 50 Jahren und drei Frauen im Alter von 17, 34 und 43 Jahren. Sie wurden mit Verbrennungen und Stichwunden in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert.

Der Zug war auf der Strecke zwischen Buchs und Sennwald unterwegs und befand sich kurz vor dem Bahnhof Salez, als der 27-Jährige seinen Angriff startete. Der Bahnhof wurde gesperrt, Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren an Ort und Stelle. Auch drei Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Ein Polizeisprecher wies Berichte zurück, wonach der Täter eine Frau gezielt mit Brennflüssigkeit übergossen und danach auf sie eingestochen haben soll. Der Angriff habe sich gegen keine konkrete Person gerichtet, sagte er. Es sei noch unklar, ob der 27-Jährige eines oder mehrere seiner Opfer gekannt habe. Andere Berichte, wonach der Täter noch im Zug versucht haben soll sich umzubringen, bestätigte die Polizei ebenfalls nicht.

Der Vorfall vom Samstag erinnerte an den Angriff von Würzburg in Deutschland vom 18. Juli: Damals ging ein 17-jähriger Flüchtling in einem Regionalzug mit einer Axt auf Passagiere los und verletzte sie zum Teil lebensgefährlich. Er soll Kontakte zur Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gehabt haben.