Erstellt am 21. Januar 2016, 18:37

von APA/Red

Slowenien verschärft Einreisebedingungen für Flüchtlinge. Slowenien wird künftig alle Flüchtlinge an seinen Grenzen zurückweisen, außer jene, die in Österreich und Deutschland um Asyl ansuchen wollen.

Der Stacheldrahtzaun an der Grenze als Symbol der härteren Gangart  |  NOEN, APA (AFP)

Dies teilte Innenministerin Vesna Gyorkos Znidar am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Ljubljana mit. Außerdem sollen die Grenzkontrollen verschärft werden.

Schon vor dieser Entscheidung Sloweniens haben die Balkanländer am Donnerstag auf die Einführung einer Flüchtlings-Obergrenze in Österreich reagiert. Mazedonien schränkte den Flüchtlingstransit ein, andere Balkanländer zogen nach. Auch hier dürfen nur Flüchtlinge, die in Deutschland und Österreich Asyl ansuchen wollen, weiterreisen.

Mazedonien öffnete am Donnerstag nach fast 48 Stunden Sperre seine Grenze zu Griechenland wieder. Allerdings müssen die durchreisenden Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien und Afghanistan erklären, dass sie nach Österreich und Deutschland weiterreisen wollten. Migranten aus anderen Staaten wie etwa Pakistan werden den Berichten zufolge dagegen nach Athen zurückgeschickt.

1.200 Menschen - darunter viele Frauen und Kinder - hatten die Nacht in beheizten Zelten von Hilfsorganisationen verbracht. Die übrigen Flüchtlinge übernachteten in Bussen, in denen sie aus Athen an die Grenze gebracht worden waren. Am späten Donnerstagvormittag passierten die ersten von ihnen den Grenzposten.

Mazedonien hatte die Grenze zu Griechenland am Mittwoch geschlossen, weil die Weiterfahrt der Flüchtlinge durch Slowenien ins Stocken geraten sei. Dem widersprach am Mittwoch ein Sprecher der Slowenischen Staatsbahnen (SZ), der angab, alle Bahnverbindungen im Land funktionierten einwandfrei.

Auf der sogenannten Balkanroute wollen Zehntausende Menschen vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak in die EU gelangen. In den ersten 20 Tagen dieses Jahres sind nach UNO-Angaben schon mehr als 35.450 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen. Zum Vergleich: Im ganzen Jänner 2015 waren es knapp 1.700. Allerdings begann der große Flüchtlingszustrom erst im vergangenen Sommer. Nun hat Österreich am Mittwoch als erstes EU-Land angekündigt, eine Obergrenze für Flüchtlinge festzulegen.