Erstellt am 25. Juli 2016, 22:58

Stronach bereut Einstieg in Politik nicht. Frank Stronach bereut seinen Einstieg in die Politik nicht. Das betonte der Gründer des Team Stronach am Montagabend in den ORF-"Sommergesprächen".

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"Ich hoffe, dass ich das Denken ein bisschen angeregt habe", sagte er. Seine Ankündigung, sich spätestens bei der nächsten Nationalratswahl aus der Politik zurückzuziehen, erneuerte er.

Ganz zurückziehen wird Stronach sich aber vorerst noch nicht: "Bis zu den nächsten Wahlen wird es vielleicht noch Monate oder Jahre gehen - und ich hoffe, dass ich dann noch von Zeit zu Zeit hier sein kann", sagte er auf die Frage, ob dies nun sein letztes Interview als Parteichef ist. "Aber ich habe bekannt gegeben, dass ich bei den nächsten Wahlen nicht mehr antrete und meinen Namen nicht mehr hergebe", wiederholte er seine schon im Juni gemachten Ankündigungen.

Einmal mehr betonte Stronach, dass er sich Sorgen um sein Heimatland mache. "Und ich habe deshalb einen Sanierungsplan entwickelt, der vielleicht sehr wichtig sein wird für Österreich", sagte er mit Blick für seine schon im Juni vorgestellte Bewegung mit dem Titel "Vision für Österreich". Die Frage, ob er damit die Partei fallen lasse, verneinte er.

Schuld an dem schlechten Abschneiden seiner Partei gab der Austro-Kanadier vor allem den Medien, die alle gegen ihn gewesen seien: "Ich wurde nie gut dargestellt." Das "Sommergespräch" wollte er daher auch dazu nutzen, das Bild der Zuseher über ihn noch einmal zu verbessern: "Es freut mich, dass mich die Leute besser kennenlernen" - und: "Ich habe nur Gutes gemacht", sagte er mit Blick auf seine Leistungen für den Standort Österreich. Nach eigenen Fehlern gefragt, meinte Stronach, ein Fehler sei gewesen, dass er "nicht so oft da war".

Zur aktuellen Politik brachte Stronach seine bekannten Konzepte: Die Politik habe sich "selbst lahmgelegt, die streiten nur". Die Wirtschaft funktioniere nicht, daher funktioniere nichts. Zur Terror-Problematik meinte er, es sei für ihn unverständlich, warum Europa nicht schon lange vor Ort in den Krisenregionen eingegriffen und Schutzzonen errichtet habe. Skeptisch gab sich der Magna-Gründer in Sachen Freihandel: Es sei nicht gut, wenn Firmen ihre Produktionsstätten nach Asien verlegen und nichts mehr vor Ort produzieren - das sei "Verrat an den Arbeitnehmern." Gleichzeitig betonte er, nicht gänzlich gegen Freihandel zu sein.

Für die Bundespräsidentschaftswahl wollte Stronach keine Wahlempfehlung abgeben - und zeigte sich kurzfristig verwirrt, indem er forderte, dass der Präsident direkt vom Volk gewählt werden sollte (was er ohnehin wird). Er werde jedenfalls keinen der beiden Kandidaten wählen - "weil das ganze System passt nicht", so sein Urteil.