Pinkafeld

Erstellt am 14. Oktober 2016, 11:29

von Eva-Maria Leeb

SS und „Syrer Sau“: Nazi-Schmiererei in Pinkafeld. Ein Vandalenakt mit offensichtlich fremdenfeindlichem Hintergrund lässt in Pinkafeld die Wogen hoch gehen.

Leeb

Das Haus von Allgemeinmediziner Dr. Rainer Oblak wurde mit den Worten „Syrer Sau“ beschmiert. Dr. Oblak engagiert sich im gemeinnützigen  Verein „Pink-Up-Help“, der mit „BIP – Begegnung in Pinkafeld“ die Betreuung von Flüchtlingen übernommen hat.

Akt sei „beschämend“ für Pinkafeld

„Es ist erschütternd, dass diese Art von Gewalt in Pinkafeld Platz gefunden hat und ich verurteile diesen Akt des Vandalismus aufs schärfste. Ich hoffe sehr, dass die Täter ausgeforscht werden können und sich Gerichte damit befassen können“, zeigt sich SP-Stadtrat Horst Franz entsetzt über die Schmierereien.

Dieser Akt sei beschämend für Pinkafeld. „Dr. Oblak ist ein angesehener Arzt mit viel Engagement für alle. Er hat das nicht verdient – niemand verdient das. Ich hoffe inständig, seine Motivation geht dadurch nicht verloren. Die Stadtgemeinde Pinkafeld ist geschockt und beschämt über diesen Akt, Wir reden nicht von einem Lausbubenstreich, von einem skandalösen Akt mit rechtem Hintergrund. Dafür ist in unserer Stadt definitiv kein Platz“, so Franz.

FP-Gemeinderat ebenfalls schockiert

Auch FP-Gemeinderat Peter Jauschowetz ist schockiert über diesen Vandalenakt, genauso wie VP-Vizebürgermeister Friedrich Luisser. „Dass Leute, die sich engagieren, so besudelt werden, ist ein Drama. Ich hätte nicht geglaubt, dass es so etwas in Pinkafeld geben kann“, so Luisser.

Dr. Oblak sagt zu dem Vorfall: „So ein Vandalenakt zeugt offensichtlich von mangelnder politischer Erziehung. Hier muss man etwas ändern, nicht nur auf diesen Einzelfall bezogen, sondern auf die politische Gesamtsituation in unserem Land. Wenn die Menschen durch diesen Vorfall aufgerüttelt werden und anfangen, sich gegen solche politischen Einstellungen zu wehren, dann hätte diese Schmiererei wenigstens einen Sinn gehabt.“ Auf die Frage, wie es ihm nun persönlich geht, antwortet er: „Natürlich  beunruhigt es mich, aber es ist auch ein Zeichen, noch aktiver zu werden.“

Grüne Kayer: „Wehret den Anfängen!“

Tief bestürzt zeigte sich Mirjam Kayer von den Grünen über die Schmiererei. „Traurig, dass nationalsozialistisches Gedankengut in meiner Heimat noch immer existiert“, sagte die Studentin. Und: „Wir müssen alles unternehmen, damit solches menschenverachtende Treiben in Pinkafeld nicht weiter um sich greift. Auch Bürgermeister Maczek muss endlich klar Stellung beziehen.“

In einer Stellungnahme von "Pink-Up-Help" hieß es, man sei "entsetzt über diesen Angriff". Man lasse sich nicht einschüchtern und verstehe den Vandalenakt "als Auftrag, noch mehr zu tun und noch aktiver zu werden". Unabhängig von dem Verein wurde für Samstagmittag zu einem Flashmob unter dem Motto "Fünf vor Zwölf für ein friedliches Miteinander" aufgerufen.

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