Erstellt am 13. März 2016, 20:04

von APA/Red

Starke Verluste für Merkels CDU bei deutschen Landtagswahlen. Bei den deutschen Landtagswahlen vom Sonntag haben die Christdemokraten der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Teil drastische Verluste verbucht. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) konnte stark zulegen.

Zweistellige Ergebnisse für die AfD  |  NOEN, APA (dpa)

In Baden-Württemberg wurden die Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann erstmals stärkste Partei in einem Bundesland. Merkels CDU verlor dort mehr als zehn Prozentpunkte und landete mit auf Platz zwei.

In Rheinland-Pfalz konnten sich die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Malu Dreyer demnach als stärkste Partei behaupten. In Sachsen-Anhalt blieb die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff trotz Stimmenverlusten mit stärkste Partei.

Die erst 2013 gegründete AfD wurde in Sachsen-Anhalt mit Prozent zweitstärkste Partei. In Baden-Württemberg kamen den Rechtspopulisten auf Prozent und in Rheinland-Pfalz auf Prozent.

Die Wahlen galten als ein Stimmungstest für Merkel mitten in der Flüchtlingskrise. Angesichts der umstrittenen Öffnung der Grenzen für Schutzsuchende im vorigen Herbst war mit Verlusten für die Christdemokraten gerechnet worden.

Zu den Verlierern zählen auch die auf Bundesebene mitregierenden Sozialdemokraten sowie die Grünen. In Baden-Württemberg fiel die dort mit Kretschmanns Grünen regierende SPD weit zurück. In Sachsen-Anhalt, wo sie Juniorpartner der Christdemokraten ist, wurde sie nur viertstärkste Partei. Die Grünen schnitten außerhalb von Baden-Württemberg ebenfalls schwach ab.

Die Grünen in Baden-Württemberg kamen demnach auf 32 bis 32,5 Prozent, die CDU erreichte 27,5 Prozent. Die SPD lag bei 13 Prozent - knapp vor der AfD mit 12,5 Prozent, die FDP kam auf 8 Prozent. Die Linkspartei scheiterte mit 3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Das ergibt folgende Sitzverteilung: Grüne 45 bis 48, CDU 37 bis 41, SPD 18 bis 19, AfD 17 bis 18 und FDP 11 bis 12.

In Rheinland-Pfalz kommt die SPD danach auf 37,5 Prozent. Die CDU mit Spitzenkandidatin Julia Klöckner erreicht 32,5 bis 33 Prozent. Der FDP gelingt mit 6,0 bis 6,5 Prozent der Wiedereinzug, die AfD schafft mit 10 bis 11 Prozent erstmals den Sprung ins Parlament. Die Grünen müssen mit 5 bis 5,5 Prozent um ihren Wiedereinzug in den Landtag bangen. Die Linke wird weiterhin nicht vertreten sein. Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung: SPD 41, CDU 35-36, Grüne 6, FDP 7, AfD: 11-12 Sitze.

In Sachsen-Anhalt erreicht die CDU laut MDR und ZDF 29,0 bis 30,5 Prozent. Die AfD errang 21,5 bis 23,0 Prozent. Die Linke erhielt nur 16,5 bis 17,0 Prozent. Viertstärkste Partei wurde die SPD mit 11,5 bis 12,0 Prozent. Die Grünen erhielten 5,0 bis 5,5 Prozent. Die FDP kam auf 5 Prozent. Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung: CDU (36 bis 43), AfD (27 bis 29), Linke (20 bis 22), SPD (14 bis 16), Grüne (7) und die FDP (6 bis 7).

Nach diesen ersten Trends dürfte sich die Regierungsbildung in allen drei Ländern schwierig gestalten, da keine der bisher regierenden Koalitionen demnach noch eine Mehrheit hat. In Baden-Württemberg regierte bisher eine grün-rote, in Rheinland-Pfalz eine rot-grüne und in Sachsen-Anhalt eine schwarz-rote Koalition.