Erstellt am 18. April 2017, 12:18

von APA Red

Landesrat Buchmann tritt wegen Plagiatsvorwurfs zurück. Der steirisches Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) tritt zurück. In einer Aussendung am Dienstag teilte er mit: "Ich musste in den letzten Tagen zur Kenntnis nehmen, dass ein Fehler vor 17 Jahren schwerer wiegt als Leistungen in der Gegenwart und Ideen für die Zukunft." Er legt am 25. April sein Amt nieder. Buchmann war vor zwei Wochen sein Doktortitel wegen Plagiats aberkannt worden.

Buchmann stolperte über Plagiatsaffäre  |  APA (Archiv)

Buchmann wird bei der nächsten Landtagssitzung am Dienstag kommender Woche aus der Landesregierung ausscheiden. Er verwies nach mehr als elfjähriger Tätigkeit als Landesrat auf eine Steigerung der steirischen Forschungs-Quote von 3,2 auf 4,8 Prozent des Bruttoregionalprodukts. Im Tourismus seien zuletzt mit vier Mio. Gästen und 12,4 Mio. Nächtigungen Höchstwerte erzielt worden.

Buchmann zufolge konnten durch "nachhaltige Strukturreformen im Wirtschafts- und Kulturressort trotz Sparkurs zusätzliche Mittel für Unternehmen und Kulturschaffende frei gemacht werden". Außerdem sei mit dem Ausbau von Atelierprogrammen und Auslandsstipendien auch die Internationalisierung steirischen Kulturschaffens vorangetrieben worden.

Weder Buchmann noch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), der seinem Parteikollegen noch vergangene Woche den Rücken gestärkt hatte, waren vorerst telefonisch zu erreichen.

Vertreter anderer Parteien äußerten für den angekündigten Rücktritt Verständnis. Der steirische Grünen-Landessprecher Lambert Schönleitner zollte Buchmann Respekt. Es sei die richtige Entscheidung - "vor allem vor dem Hintergrund der wüsten und völlig irrationalen ÖVP-Verteidigungs-Strategie der letzten Tage".

LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) sagte: "Ich danke Christian Buchmann für die gute fachliche Zusammenarbeit, vor allem bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und für den stabilen Landeshaushalt. Ich halte die Entscheidung für absolut richtig und gehe davon aus, dass der Koalitionspartner eine geeignete Nachfolgerin oder einen geeigneten Nachfolger finden wird, damit wir mit gleicher Leidenschaft wie bisher für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes und die Schaffung von Arbeitsplätzen kämpfen können." Er wünsche Buchmann weiterhin - auch persönlich - alles Gute.

Für den steirischen FPÖ-Chef Mario Kunasek war der Rücktritt der "einzig logische Schritt" nach dem "Vertrauensverlust": "Als Mitglied der Landesregierung hatte Buchmann eine gewisse Vorbildfunktion inne." Nun habe Buchmann die "notwendigen persönlichen Konsequenzen gezogen. Der öffentliche Druck war einfach zu groß. Die steirische Volkspartei konnte nicht zur Tagesordnung übergehen", meinte Kunasek am Dienstag in einer ersten Reaktion.