Erstellt am 20. Mai 2016, 07:35

Suche nach EgyptAir-Maschine fortgesetzt. Die Suche nach dem über dem Mittelmeer abgestürzten Egyptair-Flugzeug ist am Freitag fortgesetzt worden.

 |  NOEN, Egyptian military spokesperson's

Mit dem ersten Tageslicht starteten erneut griechische Flugzeuge in Kreta und suchten im Meer rund 200 Seemeilen südlich der Insel Karpathos und rund 100 Seemeilen vor der ägyptischen Küste. Auch eine griechische Fregatte nehme an der Aktion teil, meldete das griechische Staatsradio.

Am Donnerstag hatten die ägyptischen Behörden immer wieder für Verwirrung gesorgt, als sie meldeten, Wrackteile seien gefunden worden. Dies dementierten Kreise des griechischen Verteidigungsministeriums vehement.

Die ägyptische Seite korrigierte am Abend ihre Angaben und bestätigte, dass keine Wrackteile gefunden worden seien. Die Maschine mit 66 Menschen an Bord war ganz früh am Donnerstag über dem Mittelmeer vom Radar verschwunden. Die Ursache ist unklar. Ein Anschlag wird derzeit aber für wahrscheinlicher gehalten als ein Unfall.

Das Flugzeug war etwa zehn bis fünfzehn Seemeilen im ägyptischen Luftraum in einer Höhe von 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter) ins Trudeln geraten, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos berichtete. "Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15 000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10.000 Fuß", sagte Kammenos, der von einem Absturz ausging. Einen Notruf setzten die Piloten nicht mehr ab.

Möglicherweise wurde das Flugzeug Ziel eines Anschlags: Bei einer genauen Analyse des Vorfalls sei die Wahrscheinlichkeit eines "Terrorangriffs" höher als die eines technischen Versagens zu veranschlagen, sagte Ägyptens Luftfahrtminister Sherif Fathy in Kairo. Er warnte aber zugleich vor voreiligen Schlussfolgerungen.

Auch die USA gaben sich zurückhaltend: "Bisher haben wir niemanden, der sich dazu bekannt hat oder Beweise, dass es eine absichtliche Tat war", so der Direktor der US-Bundespolizei FBI, James Comey. "Wir wissen im Moment nicht, was die Ursache war. Es gebe bisher keine Erkenntnisse, die darauf hindeuten würden, dass es an Bord des Flugzeuges eine Explosion gegeben habe, erklärte eine Sprecherin des Pentagons in Reaktion auf Spekulationen, wonach der Absturz durch eine Explosion ausgelöst wurde.

Ein Flugzeug gerät ins Trudeln, wenn der Auftrieb an den Tragflächen abreißt. Das Flugzeug dreht sich dann unter schnellem Höhenverlust immer wilder um die eigene Achse. Für das Trudeln kann es verschiedene Gründe geben - dass es kein Notsignal gab, spricht aber für ein plötzliches Ereignis wie etwa eine Explosion, sonst hätte die Cockpit-Crew wohl ein Notsignal gesendet. Sowohl in Ägypten als auch in Frankreich nahmen die Staatsanwaltschaften Ermittlungen auf.

In den vergangenen Monaten hat es bereits mehrere Zwischenfälle mit Flugzeugen aus Ägypten gegeben. Ende März hatte ein Mann mit einer Bombenattrappe eine Egyptair-Maschine nach Zypern entführt. Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen starben, bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).