Erstellt am 18. Mai 2017, 08:26

von Michael Pekovics

Viel Land, aber keiner baut. Die vier südlichen Bezirke haben im Vergleich zu Restösterreich den höchsten Anteil an unbebautem gewidmeten Baulands. Das verursacht aber hohe Kosten.

Weites Land. Im Burgenland ist der Anteil an unbebautem gewidmeten Bauland (37,9 Prozent) viel höher als in Österreich (26,5 Prozent). In den Bezirken Oberpullendorf (38 Prozent), Oberwart (40,2 Prozent), Güssing (47 Prozent) und Jennersdorf (45,7 Prozent) liegt dieser noch höher.  |  BVZ, Archiv

Die südburgenländischen Gemeinden verfügen über jede Menge Bauland, weit mehr als der Rest von Österreich und auch weit mehr als die nördlichen Bezirke. In den vier Bezirken von Oberpullendorf bis Jennersdorf gibt es österreichweit sowohl den höchsten Anteil an gewidmetem Bauland je Einwohner als auch den höchsten Anteil an gewidmetem, aber nicht bebautem Bauland.

Dabei heißt es in der Empfehlung der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK), dass Zersiedelung vermieden werden sollte. Die Ursachen für diese burgenländische Entwicklung liegen laut Ursula Mollay vom Österreichischen Institut für Raumplanung (ÖIR) einerseits im zur Verfügung stehenden Platz und andererseits in der (fehlgeschlagenen) Hoffnung, dass Bauland neue Gemeindebürger anzieht.

Kosten steigen für Gemeinden

„Das Problem dabei ist, dass die Gemeinden früher oder später die Kosten für die Umwidmungen zu spüren bekommen – Stichwort Aufschließungen und laufenden Kosten für Infrastruktur“, sagt Mollay. Durch die größeren Flächen, die Gemeinden zu verwalten haben, steigen langfristig auch die Kosten. Die Fehler seien aber bereits in der Vergangenheit gemacht worden, neue Bauplätze werden derzeit meist ohnehin nur mit zeitlich befristetem Baurecht vergeben.

Generell rät Mollay dazu, das Augenmerk auf die Ortskerne zu legen: „Das Wohnen im Zentrum muss wieder attraktiver werden, für die Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre gibt es keine schnellen Lösungen.“ Eines fiel Mollay bei der Erstellung ihrer Studien aber auf: „Ich habe gemerkt, dass das Thema Gemeindekooperationen im Südburgenland viel ernster angegangen wird, als anderswo.“