Erstellt am 26. Dezember 2015, 12:13

von APA/Red

Tausende Flüchtlinge über Weihnachten gerettet. Der Zustrom von Bootsflüchtlingen nach Europa ist auch über Weihnachten nicht abgerissen.

 |  NOEN, APA (AFP)

 In Griechenland kamen am ersten Weihnachtstag im Hafen von Piräus rund 1.700 Menschen an. Sie waren zuvor von der Türkei aus auf die Inseln Lesbos, Chios und Samos übergesetzt, wie die griechische Küstenwache mitteilte. Damit sind seit Montag mehr als 12.000 Migranten und Flüchtlinge in Piräus angekommen.

Die italienische Küstenwache rettete allein am ersten Weihnachtstag 751 Bootsflüchtlinge aus dem Seegebiet vor Sizilien. Sie seien bei sechs verschiedenen Operationen im Mittelmeer geborgen worden, teilte sie auf Twitter mit. Insgesamt wurden damit nach Zahlen der Küstenwache seit Anfang der Woche mehr als 2.100 Bootsflüchtlinge im Meer zwischen Nordafrika und Italien in Sicherheit gebracht.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gelangten seit Jahresbeginn mehr als 800.000 Menschen über die Ägäis von der Türkei nach Griechenland. Etwa 150.000 Flüchtlinge kamen auf dem Seeweg nach Italien. Letzteres bedeutet einen Rückgang gegenüber 2014 (170.000).

Am westlichen Ende des Mittelmeers - allerdings auf dem Landweg - stürmten unterdessen 185 Afrikaner die Grenzanlagen von Ceuta. Sie schafften es auf diese Weise von Marokko aus auf das Gebiet der spanischen Nordafrika-Exklave zu gelangen. Zwei Flüchtlinge kamen bei der Aktion in der Weihnachtsnacht ums Leben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe berichtete, waren an dem Massenansturm - einem der größten seit mehreren Monaten - mehr als 250 Afrikaner beteiligt.

Die marokkanische Polizei nahm nach Angaben der Behörden des nordafrikanischen Landes 104 Migranten fest. Zwölf Afrikaner erlitten bei dem Massenansturm schwere Verletzungen. Etwa 30 wurden nach Informationen der Zeitung "El Faro" (Ceuta) leicht verletzt.