Erstellt am 21. Mai 2017, 18:23

von APA Red

Alexander Zverev holte ersten ATP-Masters-1000-Titel. Alexander Zverev hat am Sonntag dem deutschen Tennis einen großen Tag beschert. Der erst 20-jährige zeigte in seinem ersten Finale bei einem ATP-Masters-1000-Turnier sein enormes Potenzial und besiegte den Weltranglisten-Zweiten Novak Djokovic nach nur 81 Minuten 6:4,6:3.

Ein dicker Schmatzer für den Pokal  |  APA (AFP)

Zverev schiebt sich damit am Montag vom 17. Rang als Zehnter erstmals in die Top Ten.

Ein verrücktes Herren-Turnier in Rom ist damit mit einer Riesenüberraschung zu Ende gegangen. Zunächst hatte u.a. Dominic Thiem mit einer Meisterleistung Sandplatz-König und Top-Favorit Rafael Nadal im Viertelfinale dominiert und klar ausgeschaltet. Dann fand ein ausgelaugter Thiem im Halbfinale in Novak Djokovic seinen Meister, machte nur ein Game und nun vermasselte der fast zehn Jahre jüngere Zverev dem ab Montag 30-jährigen "Djoker" dessen vorgezogenes Geburtstagsgeschenk.

Als erster Spieler, der in den 1990er-Jahren geboren ist, holte also Zverev einen ATP-Masters-1000-Titel. Der wertvollsten ATP-Kategorie sind punktemäßig nur noch die Grand-Slam-Turniere sowie die ATP-Finals in London überzuordnen. Davon zeugen nicht nur 1.000 Zähler für den Sieg, sondern auch ein Siegerscheck in Höhe von 820.035 Euro (brutto).

"Ich weiß selbst nicht, was ich sagen soll. Es war eines der besten Matches, die ich jemals gespielt habe und das im Finale vom Masters", freute sich Zverev im Sky-Interview. "Ich bin überglücklich, dass ich hier gewonnen habe. Hoffentlich kann ich so in Paris spielen und mal schauen, was dort passiert", sagte Zverev, dessen Mittel im ersten Duell mit Djokovic überhaupt eine möglichst aggressive Herangehensweise war. Er habe von Anfang an an seine Chance geglaubt, andernfalls hätte man das Match schon verloren.

Zverev ist damit auch der erst vierte deutsche Spieler, der ein Masters-1000-Turnier nach Michael Stich (2), Boris Becker (5) und Tommy Haas (1) gewonnen hat.

Während Djokovic mit der ersten Final-Niederlage gegen einen jüngeren Spieler überhaupt zurechtkommen musste, hatte er große Neuigkeiten für die Tennis-Welt. Der Serbe, der nach Boris Becker Ende 2016 auch sein gesamtes Betreuerteam entlassen hatte, wird schon in Paris von einem neuen Coach vertreten und der ist nicht minder bekannt als Becker: Andre Agassi. Man werde es einmal miteinander probieren, schon seit zwei Wochen haben Agassi und Djokovic vor jedem Match kommuniziert.