Erstellt am 02. April 2017, 22:41

von APA Red

Roger Federer holte in Miami bereits dritten Titel 2017. Roger Federer hat sein märchenhaftes Comeback nach einem halben Jahr Pause fortgesetzt.

Federer klettert nun im ATP-Ranking auf Platz vier  |  APA (AFP/Getty)

Der 35-jährige Schweizer holte am Sonntagabend nach dem Grand-Slam-Titel bei den Australian Open und dem Masters-1000-Titel in Indian Wells auch das 1000er-Event in Miami. 6:3,6:4 gewann Federer den Final-Hit gegen Rafael Nadal nach 1:35 Stunden und erhöhte auf nunmehr schon 91 Titel in seiner Karriere.

Nach dem knappen Halbfinal-Erfolg über Nick Kyrgios mit 7:6 im dritten Durchgang, gab es im Finale schon bald Klarheit über den Sieger. Federer untermauerte einmal mehr, dass er aktuell wohl der weltbeste Spieler ist. Mit Breaks zum 5:3 im ersten bzw. 5:4 im zweiten Satz behielt der Eidgenosse im ewigen Duell mit seinem Dauerrivalen Rafael Nadal schon zum vierten Mal en suite, zum dritten Mal in diesem Jahr die Oberhand. Er verkürzte im Head-to-Head auf 14:23.

Der ab Montag schon wieder Weltranglisten-Vierte hält bei einer großartigen 19:1-Saison-Bilanz. Immer wenn Federer so in ein Jahr gestartet ist, war er am Jahres-Ende die Nummer eins der Welt. Wenn sein Körper die Strapazen durchhält, ist ihm das auch erneut zuzutrauen.

An jenem Ort, wo eine der größten Sportler-Rivalitäten überhaupt, nicht nur des Tennis-Sports, im Jahr 2004 begonnen hatte, drehte Federer das Rad der Zeit neuerlich zurück. Vor dreizehn Jahren hatte ein damals 17-jähriger Nadal in der dritten Runde einen 6:3,6:3-Erfolg über Federer gefeiert und ein Jahr später im Finale nach 2:0-Satzführung noch in fünf Sätzen verloren. Seither läuft Nadal dem ersten Titelgewinn in Miami hinterher.

"Gratuliere auch dir Rafa. Ich freue mich, dass wir beide hier sind. Hier, wo wir 2004 erstmals gegeneinander gespielt haben", sagte Federer in Richtung Nadal. "Wir hatten einige epische Matches, die ich nicht immer genossen habe", erklärte er schmunzelnd. "Ich habe dir schon 2005 gesagt, dass du hier sicher noch einmal gewinnen wirst. Und ich glaube es immer noch, dass du dieses Turnier gewinnen kannst. Du bist einfach zu gut, um es nicht zu schaffen."

Federer selbst freute sich freilich auch über seine eigene Performance. "Was für ein Start in dieses Jahr, ich kann es nicht glauben. Es waren fabelhafte Wochen für mich."

Nadal, der im Dreijahres-Rhythmus nach 2005, 2008, 2011 und 2014 auch 2017 hier im Finale stand, musste sich erneut mit Rang zwei zufriedengeben. "Alle drei Jahre bin ich hier in dieser Position, aber ich gewinne immer nur den kleineren Pokal. Ich werde es weiter versuchen. Hoffentlich muss ich nicht wieder drei Jahre warten, um in diese Position zu kommen", meinte Nadal.

Für Federer hatte Nadal bewundernde Worte. "Ich gratuliere dir, Roger. Was für ein toller Start in diese Saison. Das ist sicher eines der besten Comebacks überhaupt nach einer so langen Verletzungspause", konstatierte der Mallorquiner. "Es waren zwei sehr gute Wochen für mich, auch wenn ich heuer schon das dritte Mal gegen dich verloren habe." Nadal verbessert sich im Ranking ebenfalls als Fünfter zurück in die Top 5.

Federer wird sich nun eine längere Auszeit nehmen, und sein Hauptaugenmerk liegt nicht auf der Sand-Saison. Im Gegenteil. Der Schweizer wird außer bei den French Open selbst überhaupt kein Turnier auf Asche bestreiten und sich ganz der Vorbereitung auf Paris und die Events danach konzentrieren.

"Wimbledon muss jetzt mein größtes Ziel sein. Ich werde im nächsten Monat auf Hartplätzen bleiben und erst zwei Wochen vor den French Open auf Sand beginnen", erklärte Federer bei der Pressekonferenz in Miami.

Die Chance, sich sogar noch einmal auf Platz eins der Weltrangliste zu katapultieren, ist freilich auch Federer bewusst. "Ich verbessere mich und möchte einfach nur gesund bleiben", meinte Federer gegenüber dem US-Sender ESPN. "Wenn ich gesund bin und mich gut fühle, kann ich Tennis wie dieses zeigen. Darum mache ich eine Pause und fokussiere mich auf Roland Garros, und die Gras- und Hard-Courts danach. Es wäre großartig, wieder die Nummer eins zu sein, aber das ist noch ein langer Weg."