Erstellt am 22. März 2016, 14:49

von APA/Red

Terror: Fußball-Länderspiel des belgischen Teams fraglich. Der Terror hat den Fußball vor der Rückkehr von EM-Gastgeber Frankreich ins Stade de France wieder eingeholt.

 |  NOEN, APA (AFP)

Der Weltranglistenerste Belgien sagte am Dienstag unmittelbar nach den Anschlägen in Brüssel seine erste Trainingseinheit in der belgischen Hauptstadt ab. Die Behörden gingen insgesamt von mindestens 26 Toten und zahlreichen Verletzten aus.

Das Testspiel gegen Österreichs EM-Gruppengegner Portugal am kommenden Dienstag ist fraglich. Der portugiesische Fußball-Verband hat sich nach den Terrorattacken mit den belgischen und internationalen Behörden in Verbindung gesetzt. Nächsten Dienstag ist auch Frankreich im Einsatz, die "Bleus" treten erstmals seit den Pariser Anschlägen am 13. November des Vorjahres wieder im EM-Eröffnungs- und Finalstadion in Saint-Denis an.

"Unsere Gedanken sind bei den Opfern", twitterte die belgische Nationalmannschaft: "Der Fußball ist heute nicht wichtig." Um 16.30 Uhr sollten die Fans ihre Idole eigentlich beim öffentlichen Training im Stade Roi Baudouin beobachten dürfen. Der Flughafen Zaventem, wo es zwei Explosionen gab, ist etwa 15 Kilometer vom Stadion entfernt.

Länderspiel auch nach Paris-Terror abgesagt

Belgien hatte nach den Anschlägen von Paris, als 130 Menschen getötet worden waren, bereits das Länderspiel gegen Spanien am 17. November in Brüssel wegen Sicherheitsbedenken absagen müssen.

Nachdem die Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe angehoben wurde, kam am Dienstag die gesamte Stadt praktisch zum erliegen. An Fußball dachte niemand. Dass die Belgier mit dem möglichen sechsten Sieg in Serie ihr Selbstvertrauen für die EM-Aufgaben weiter stärken könnten, war nur noch Nebensache. Der verletzte Nationalspieler Jan Vertonghen twitterte: "Ich kann nicht glauben, dass ich diese Dinge wieder lese ..."

Insgesamt wurden die Nationalteams in der Vorbereitung auf die ersten Länderspiele im EM-Jahr wieder verstärkt mit dem Thema Sicherheit konfrontiert. In den Niederlanden wollte der Verband die Situation weiter genau beobachten. Am Freitag spielt Oranje in Amsterdam gegen Frankreich. Auch Weltmeister Deutschland erinnerte sich wieder an das Antreten in Paris zurück. "Es ist ein Thema, das uns in den letzten Wochen und Monaten immer wieder trifft und beschäftigt", sagte Teammanager Oliver Bierhoff zur Terrorgefahr. "Und es beschäftigt uns natürlich auch in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft."

Inwiefern die Attacken diese Planungen nun beeinflussen, bleibt abzuwarten. Alle Beteiligten dürften weniger als drei Monate vor dem EM-Eröffnungsspiel im Stade de France der Franzosen gegen Rumänien am 10. Juni mit einem mulmigen Gefühl antreten.