Erstellt am 07. April 2017, 13:56

von APA Red

Trotz Phantombilds keine heiße Spur im Fall Lucile. Nach der Veröffentlichung des Phantombilds eines Mannes, der die 27 Jahre alte Joggerin Carolin G. in Endingen und die 20-jährige französische Studentin Lucile K. in Kufstein erschlagen und missbraucht haben könnte, sind bei den Tiroler Ermittlern rund 40 Hinweise eingegangen.

Die tote Studentin wurde 2014 am Inn entdeckt  |  APA (Archiv)

"Eine heiße Spur scheint aber vorerst nicht darunter zu sein", sagte LKA-Chef Walter Pupp der APA am Freitag."Wir arbeiten sie jetzt nach und nach ab", erklärte der Kriminalist. Auch bei den deutschen Ermittlern seien zahlreiche Hinweise eingegangen.

Die deutschen Beamten waren es auch, die das Phantombild des möglichen Täters auf Grundlage von "Wahrnehmungen" einer Zeugin im Zusammenhang mit der getöteten Joggerin am vergangenen Mittwoch veröffentlicht hatten. Der etwa 50 bis 55 Jahre alte und 1,75 bis 1,80 Meter große Mann sei am Tag des Verschwindens der jungen Frau in der Nähe des Tatorts gesehen worden.

Auch etwaige Überschneidungen zu dem Fall der gewaltsam zu Tode gekommenen, 19-jährigen Grazer Studentin Ulrike R., deren Leiche am 10. August 1998 am Ufer der Rienz bei Ehrenburg im Pustertal in Südtirol entdeckt worden war, habe man überprüft, so Pupp. Es gebe aber keine Parallelen, die derzeit einen Zusammenhang nahe legten. Dafür habe man etwa den Akt der steirischen Ermittler angefordert und überprüft. Die Steirerin war auf dem Heimweg von der "Street Parade" in Zürich erschlagen worden.

Im Jahr 2012 war es schließlich Forensik-Experten der Universität Innsbruck gelungen, an der Kleidung der jungen Frau eine DNA-Spur des Täters zu isolieren. Und diese hätte bei der Abgleichung der DNA aus dem Fall der französischen Studentin mit der Datenbank einen Treffer liefern müssen.

Die Leiche der Französin, die aus der Gegend von Lyon stammte und im Rahmen eines Auslandssemesters in Kufstein studiert hatte, war am 12. Jänner 2014 von Polizisten am Ufer des Inns entdeckt worden. Todesursache waren laut Obduktion heftige Schläge auf den Kopf. Taucher fanden schließlich die Tatwaffe im Inn, eine Eisenstange. Die 27-jährige Frau aus Endingen war am 10. November 2016, vier Tage nach ihrem Verschwinden, tot in einem Waldstück nahe ihres Wohnorts gefunden worden. Sie war vergewaltigt und umgebracht worden.