Erstellt am 28. Februar 2016, 20:58

Tirol-Wahlen: ÖVP trotz Kufstein konstant. Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in 277 der 279 Gemeinden Tirols sind geschlagen.

 |  NOEN, APA

Die ÖVP konnte ihre Vormachtstellung mit teils eindeutigen Ergebnissen in größeren Gemeinden und Bezirkshauptstädten verteidigen, obwohl es mit Lienz und vor allem Kufstein Wermutstropfen gibt. Die SPÖ musste neben Glanzlichtern wie Lienz und Wörgl zum Teil herbe Niederlagen in früheren Hochburgen hinnehmen.

Die Volkspartei konnte etwa in Landeck und Imst nicht nur den Bürgermeistersessel behaupten, sondern auch ihre Mandatsstärke im Gemeinderat ausbauen. In Landeck verfügen die Schwarzen künftig über eine absolute Mandatsmehrheit. Auch in Kitzbühel und Schwaz haben sich die amtierenden ÖVP-Bürgermeister durchgesetzt.

Großer Wermutstropfen für die Volkspartei war am Sonntag aber Kufstein, wo sie mehr als halbiert wurde, und Ex-ÖVP-Generalsekretär Abg. Hannes Rauch eine herbe Niederlage als Bürgermeisterkandidat einfuhr. Das Flüchtlingsthema dürfte bei den Wahlentscheidungen in Kufstein oder auch anderen betroffenen Gemeinden eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben.

Die SPÖ kann sich über Glanzlicher wie Lienz und Wörgl freuen, musste aber in ehemaligen Hochburgen wie Jenbach, Landeck, Hall oder Rum schmerzhafte Niederlagen einstecken. In Landeck und Jenbach wurden die Sozialdemokraten sogar halbiert.

Von einem "Erdrutschsieg" sprach hingegen die Lienzer SPÖ-Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, die eindrucksvoll in ihrem Bürgermeisteramt mit 62,34 Prozent bestätigt wurde. Und in Wörgl im Bezirk Kufstein triumphierte Bürgermeisterin Hedi Wechner, die noch 2010 als SPÖ-Kandidatin angetreten war, sich diesmal aber mit eigener Namensliste der Wahl stellte. Parteichef Ingo Mayr darf sich ebenfalls über die Verteidigung des Bürgermeistersessels in Roppen freuen, wenngleich er einen kräftigen Verlust einfuhr.

Die FPÖ konnte teils große Zugewinne in Gemeinden wie in Kufstein, Wörgl, Schwaz, St. Johann, Jenbach verzeichnen, wo die Freiheitlichen zur zweitstärksten Kraft avancierten. Zudem eroberten sie den Bürgermeistersessel in Jochberg bei Kitzbühel.

Damit können sich die Freiheitlichen auch in Zukunft zumindest vorerst wieder mit einem Ortschef schmücken, nachdem sich Ex-FPÖ-Chef, Abg. Gerald Hauser in St. Jakob in Defereggen einer Stichwahl stellen muss. Auch in Rattenberg im Bezirk Kufstein schaffte es der Freiheitliche Kandidat in die Stichwahl am 13. März. Die FPÖ zeigte sich zudem darüber erfreut, dass das Wahlziel von 100 Mandaten "eindeutig"übertroffen worden sei.

Die Grünen konnten vor allem Zugewinne in Gemeinden im sogenannten Speckgürtel um Innsbruck sowie in größeren Orten im Inntal verzeichnen. Grünes "Highlight" ist die anstehende Stichwahl in Axams bei Innsbruck, wo mit Gabi Kapferer-Pittracher erstmals eine grüne Kandidatin in einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt rittert. Die Grünen sahen mit 71 Mandaten ihr Wahlziel mehr als erreicht.