Erstellt am 20. Mai 2016, 11:31

Trümmer von Egyptair-Maschine gefunden. Einen Tag nach dem Absturz der Egyptair-Maschine auf dem Weg von Paris nach Kairo sind ägyptischen Militärangaben zufolge erste Trümmer im Mittelmeer gefunden worden.

 |  NOEN, Egyptian military spokesperson's

Die Marine habe die Teile 290 Kilometer nördlich von Alexandria ausgemacht, teilte das Militär am Freitag mit. Es seien auch persönliche Gegenstände der Passagiere gesichtet worden.

Schiffe der Marine sind derzeit auf der Suche nach dem Flugschreiber des Airbus A320, der aus bisher ungeklärter Ursache abstürzte. Die Maschine mit 66 Menschen an Bord war am Donnerstagfrüh vom Radar verschwunden. Die ägyptische Regierung hält einen Anschlag als Absturzursache für wahrscheinlicher als einen technischen Defekt.

Das Flugzeug war etwa zehn bis fünfzehn Seemeilen im ägyptischen Luftraum in einer Höhe von 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter) ins Trudeln geraten, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos berichtete. "Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15 000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10.000 Fuß", sagte Kammenos, der von einem Absturz ausging. Einen Notruf setzten die Piloten nicht mehr ab.

Möglicherweise wurde das Flugzeug Ziel eines Anschlags: Bei einer genauen Analyse des Vorfalls sei die Wahrscheinlichkeit eines "Terrorangriffs" höher als die eines technischen Versagens zu veranschlagen, sagte Ägyptens Luftfahrtminister Sherif Fathy in Kairo. Er warnte aber zugleich vor voreiligen Schlussfolgerungen.

Auch nach Aussage des französischen Außenministers Jean-Marc Ayrault ist der Grund für den Absturz der ägyptischen Passagiermaschine nach wie vor unklar. Es gebe weiterhin "absolut keinen Hinweis" auf die Umstände des Unglücks, sagte er am Freitag im Fernsehsender France 2. Weiterhin würden alle Hypothesen zu dem Absturz untersucht, keine davon habe Vorrang.

Auch die USA gaben sich zurückhaltend: "Bisher haben wir niemanden, der sich dazu bekannt hat oder Beweise, dass es eine absichtliche Tat war", so der Direktor der US-Bundespolizei FBI, James Comey. "Wir wissen im Moment nicht, was die Ursache war. Es gebe bisher keine Erkenntnisse, die darauf hindeuten würden, dass es an Bord des Flugzeuges eine Explosion gegeben habe, erklärte eine Sprecherin des Pentagons in Reaktion auf Spekulationen, wonach der Absturz durch eine Explosion ausgelöst wurde.

Ein Flugzeug gerät ins Trudeln, wenn der Auftrieb an den Tragflächen abreißt. Das Flugzeug dreht sich dann unter schnellem Höhenverlust immer wilder um die eigene Achse. Für das Trudeln kann es verschiedene Gründe geben - dass es kein Notsignal gab, spricht aber für ein plötzliches Ereignis wie etwa eine Explosion, sonst hätte die Cockpit-Crew wohl ein Notsignal gesendet. Sowohl in Ägypten als auch in Frankreich nahmen die Staatsanwaltschaften Ermittlungen auf.

In den vergangenen Monaten hat es bereits mehrere Zwischenfälle mit Flugzeugen aus Ägypten gegeben. Ende März hatte ein Mann mit einer Bombenattrappe eine Egyptair-Maschine nach Zypern entführt. Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen starben, bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).