Erstellt am 11. Mai 2016, 08:42

Trump und Sanders gewannen weitere US-Vorwahlen. Bei den Vorwahlen der Demokraten im US-Staat West Virginia hat sich laut Medienberichten Senator Bernie Sanders gegen Ex-Außenministerin Hillary Clinton durchgesetzt.

 |  NOEN, APA (AFP)

Der Senator aus Vermont lag am Dienstag (Ortszeit) laut dem Sender CNN mit gut 51 Prozent deutlich vor seiner Rivalin im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur, die nur auf gut 36 Prozent kam.

Da die Delegierten des Staates für das Gesamtrennen aber anteilig der gewonnenen Stimmen verteilt werden, hat Sanders gegen Clinton kaum Boden gut machen können. In West Virginia ging es nur um insgesamt 29 Delegierte.

Clinton fehlen jedoch nur noch rund 160 der für ihre Nominierung nötigen Delegiertenstimmen. Diese dürfte sie bei den acht noch ausstehenden Vorwahlen leicht zusammenbekommen. Dennoch hatte Sanders angekündigt, "bis zur letzten Stimme" zu kämpfen. Der 74-jährige, der sich als "demokratischer Sozialist" bezeichnet, kommt vor allem bei jungen Wählern gut an.

Bei den Vorwahlen der Republikaner in West Virginia und Nebraska gewann erwartungsgemäß der einzig verbliebene Kandidat Donald Trump mit rund 76 beziehungsweise 61 Prozent. Er hat keinen Gegenkandidaten mehr, seitdem sich nach der jüngsten Vorwahl in Indiana seine Konkurrenten Ted Cruz und John Kasich zurückgezogen hatten. Dennoch bekamen die beiden Aussteiger am Dienstag zusammen eine niedrige zweistellige Zustimmung.

Trump nähert sich mit den am Dienstag gewonnenen Delegierten der Schwelle von 1.237: Das ist die Mehrheit aller Delegierten, die über Monate in den Vorwahlen aller US-Staaten erreicht werden muss, um sich die Kandidatur zu sichern.

Der rechtspopulistische Immobilienmilliardär sagte dem Fernsehsender Fox, er habe fünf Kandidaten für den Vizepräsidenten-Posten im Auge. Seine Entscheidung werde er im Sommer beim Parteitag in Cleveland bekanntgeben. Cruz, Senator von Texas, schloss am Dienstag aus, als unabhängiger Kandidat wieder in das Rennen ums Weiße Haus einzusteigen.

Die Demokraten hatten in Nebraska bereits im März gewählt. Der amtierende Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten bei der Präsidentenwahl im November nicht erneut kandidieren.

Obwohl Clinton die Kandidatur wohl nicht mehr zu nehmen ist, machen ihr Niederlagen in einigen Staaten ihrem Wahlkampf und ihrem Image zu schaffen. Im Kohlestaat West Virginia schadeten ihr kritische Äußerungen über die Minenindustrie.

Durch seine Siege hält Sanders programmatisch den Druck auf Clinton aufrecht. Er müsste aber bei den verbleibenden Vorwahlen rund 66 Prozent aller Delegierten holen, um Clinton einzuholen. Außerdem müsste er die Mehrheit der sogenannten Superdelegierten auf seine Seite ziehen. Von diesen haben aber die allermeisten bereits erklärt, für Clinton stimmen zu wollen.

Clintons Problem und Sanders' Antrieb sind aber auch neue Umfragen, in denen Sanders in einem direkten Vergleich mit Donald Trump klar besser abschneidet. Trump nutzt das Ringen der Demokraten weidlich aus. Er sagte, Clinton bekomme es nicht einmal hin, sich gegen einen einzigen innerparteilichen Konkurrenten durchzusetzen.

Der nächste Wahltag ist der kommende Dienstag. In Oregon stehen Abstimmungen beider Parteien bevor, in Kentucky wählen nur die Demokraten.