Erstellt am 22. April 2016, 12:33

von APA/Red

US-Popstar Prince möglicherweise gestorben. Die Polizei ermittelt wegen eines Toten, der am Donnerstag am Anwesen des US-Popstars Prince in Minnesota entdeckt worden war.

 |  NOEN, APA (Archiv/AFP)

Die Polizei gab unterdessen bekannt, dass Prince leblos in einem Aufzug seiner Paisley Park-Studios gefunden wurde. Die Todesursache werde untersucht. Die Todesnachricht löste weltweit Bestürzung aus.

Nach der nicht geplanten Zwischenlandung seiner Maschine am vergangenen Freitag in der Stadt Moline im US-Bundesstaat Illinois sei dem 57-Jährigen dort im Krankenhaus ein sogenannter Save Shot gespritzt worden - das übliche Gegenmittel gegen eine Überdosis an Opiaten, schrieb "TMZ" am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf mehrere Quellen in Moline.

Demnach wollten die Ärzte, dass Prince 24 Stunden zur Beobachtung in der Klinik bleibt. Der Star habe das Krankenhaus aber nach drei Stunden wieder verlassen, weil er kein Privatzimmer bekommen habe.

Leblos im Aufzug

Vergangene Woche hatte es laut Medienberichten geheißen, Prince sei wegen einer Grippe in das Krankenhaus gebracht worden. Demnach fühlte er sich nach einem Konzert in Atlanta derart unwohl, dass sein Privatjet in Moline zwischenlanden musste.

Prince war am Donnerstag nach Angaben der Polizei leblos in einem Aufzug von seinen Paisley-Park-Studios nahe Minneapolis aufgefunden worden. Die Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, um 10.07 Uhr (Ortszeit) wurde er für tot erklärt.

Die Todesursache werde derzeit untersucht, teilte der stellvertretende Sheriff Jason Kamerud der dpa mit. Das Autopsieergebnis könnte "in wenigen Tagen" vorliegen.

Einzigartiger Stil

Mit seinem einzigartigen Stil zwischen R&B, Funk, Rock und Soul galt Prince als einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Künstler seiner Zeit. Der siebenfache Grammy-Gewinner ging sehr häufig auf Tour. Er produzierte Alben und schrieb Songs für andere Musiker.

Er nahm hunderte Titel auf, die bis heute unveröffentlicht sind. Immer wieder experimentierte er mit verschiedenen Stilen und band diese zu einem unverwechselbaren Werk zusammen.

Mehrfach trat Prince auch in Österreich auf, so etwa im Jahr 1993 auf der Wiener Donauinsel und im Juni 2014 in der Wiener Stadthalle. Im vergangenen November hätte er im Wiener Konzerthaus spielen sollen. Seine Europatournee wurde aber nicht zuletzt wegen der Terroranschläge von Paris verschoben.

"Popmusik deutlich beeinflusst"

Auch Barack Obama zeigte sich betroffen: "Heute haben wir eine kreative Ikone verloren", hieß es in einer in Washington verbreiteten Mitteilung des US-Präsidenten, der sich zurzeit in London aufhält, sowie seiner Frau Michelle.

"Wenige Künstler haben den Sound und die Richtung der Popmusik so deutlich beeinflusst und so viele Leute mit ihrer Kunst berührt", schrieb Obama. "Er war ein virtuoser Instrumentalist, ein brillanter Bandleader und ein elektrisierender Bühnenkünstler."

"Was für ein Verlust"

Der Tod des Popstars Prince schockiert die Musikwelt. In den sozialen Medien trauerten Freunde und Kollegen um den Sänger.

"Er hat die Welt verändert. Ein wahrer Visionär. Was für ein Verlust", schrieb Popsängerin Madonna bei Instagram zu einem Foto von sich und Prince aus einem früheren Jahrzehnt. "Schockiert und so traurig", kommentierte seine Kollegin Jennifer Lopez.

"Super-Genie"

Auch der britische Sänger Boy George reagierte fassungslos: "Das ist der schlimmste Tag aller Zeiten. Prince, Ruhe in Frieden, Ich muss weinen". "Prince? Sag, dass es nicht stimmt", schrieb Oscar-Preisträger Russell Crowe in einem Tweet. Ein Konzert des Sängers sei der beste Live-Auftritt gewesen, den er je erlebt habe, so Crowe. Den Sänger beschrieb er als "Genie, Dichter, sexy mother fucker".

Für den Schauspieler Rob Lowe war Prince ein "Super-Genie". Er sei ein Visionär gewesen und zugleich "immer ein Sweetheart". Michael Buble schrieb, ein ganz Großer sei "viel zu früh" gestorben.

"Gewaltiger Verlust"

"Die Welt hat eine Menge Magie verloren. Ruhe in Frieden", schrieb die Musikerin Katy Perry auf Twitter. "Taub. Fassungslos. Das kann nicht echt sein", schrieb ihr Kollege Justin Timberlake. "Prince kann nicht sterben", twitterte der Rapper Ice-T.

"Ein gewaltiger Verlust für uns alle! Was für ein Genie! Sprachlos", schrieb der Schauspieler Samuel Jackson. Prince sei "brillant und größer als das Leben gewesen", twitterte die TV-Moderatorin Ellen DeGeneres. "Was für ein trauriger Tag."

Prince sei "zu früh" gegangen, twitterte der US-Rapper MC Hammer. "Ich habe diesen Mann geliebt." Sein Tod sei einfach nicht zu verstehen. "Ich vermisse meinen Bruder", trauert der schwarze Regisseur Spike Lee um den Sänger.

"Erbe wird immer fortleben"

"Ich vermisse meinen Bruder", trauert der schwarze Regisseur Spike Lee um den Sänger. "Prince war eine lustige Katze. Großartiger Sinn für Humor." Prince sei "zu früh" gegangen, twitterte der US-Rapper MC Hammer. "Ich habe diesen Mann geliebt." Sein Tod sei einfach nicht zu verstehen.

Sein Talent war grenzenlos", würdigte Mick Jagger (72) den verstorbenen Kollegen in einem Facebook-Eintrag. "Er war einer der einzigartigsten und spannendsten Künstler der letzten 30 Jahre." Sängerin Mariah Carey (47) beschrieb Prince als "Genie, Legende, Inspiration, Freund". Über seinen Tod werde sie nie hinwegkommen. Auf Instagram postete Carey ein Bild von sich und Prince.

Auch Chelsea Clinton, die Tochter von Bill und Hillary Clinton, bekundete ihre Trauer: "Danke, Prince. All meine Gedanken und Gebete sind mit allen, die dich geliebt haben."

Prince sei einer der begabtesten Talente aller Zeiten gewesen, teilte die Recording Academy mit, die jedes Jahr die Grammys verleiht. "Niemals konformistisch hat er unsere musikalische Landschaft neu definiert und für immer verändert. Prince war ein Original, das so viele beeinflusst hat, und sein Erbe wird für immer fortleben."