Erstellt am 29. Juli 2016, 06:29

Clinton ist Kandidatin der Demokraten. Mit scharfen Angriffen auf ihren Rivalen Donald Trump hat die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton bei der Demokratischen Partei für Unterstützung bei der Präsidentenwahl in gut drei Monaten geworben.

 |  APA/dpa

Clinton nahm wie erwartet die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten an und tritt damit am 8. November gegen den Republikaner Donald Trump an.

Trump hatte in der vergangenen Woche ein düsteres Bild der USA gezeichnet und Kriminalität, Terrorismus und eine marode Wirtschaft beklagt. Clinton dagegen setzte in der wichtigsten Rede ihrer Karriere auf Optimismus: "Wir sehen die Probleme unseres Landes klar und deutlich. Aber wir haben keine Angst." Ihre wichtigste Aufgabe sei es, mehr Chancen für die Bürger zu schaffen und dafür zu sorgen, dass gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen könnten.

"Donald Trump bietet keinen echten Wandel. Er bietet leere Versprechungen", rief Clinton den mehr als 4.700 Delegierten des Parteitages zu. Trump behaupte, er wisse mehr über die Terroristen des sogenannten Islamischen Staates als die Generäle der Armee. "Nein Donald, das tust Du nicht!", sagte Clinton. Trump könne nicht einmal die Herausforderungen eines Wahlkampfes meistern. Geschweige denn die einer Präsidentschaft. 

Dafür reichte Clinton ihrem internen Widersacher Bernie Sanders die Hand. "Bernie, Deine Kampagne hat Millionen von Amerikanern inspiriert, die Herz und Seele in unsere Vorwahlen investiert haben", sagte Clinton unter dem Jubel der Delegierten. "Du hast wirtschaftliche und soziale Themen ins Zentrum und an die erste Stelle gesetzt, dort, wo sie hingehören", fügte sie hinzu. Clinton erklärte ferner, sie werde im Falle ihrer Wahl zur Präsidentin gemeinsam mit Sanders daraufhinarbeiten, Studiengebühren abzuschaffen.  

Den NATO-Alliierten hat Clinton in ihrer Parteitagsrede für den Fall ihrer Wahl zur Präsidentin ungeteilte Unterstützung zugesagt. "Ich bin stolz darauf, unseren Alliierten in der NATO beizustehen, gegen alle Bedrohungen, denen sie gegenüberstehen, darunter auch aus Russland", sagte sie. Clinton trat damit dem Kandidaten der Republikaner, Donald Trump entgegen. Dieser hatte vor kurzem erklärt, die Hilfe der USA hänge davon ab, ob die Partner ihre Schulden beglichen hätten.  

Mit der Nominierung der beiden Kandidaten geht der Wahlkampf in die heiße Phase. In den kommenden Wochen muss Clinton vor allem Bürger umwerben, die sie für nicht vertrauenswürdig und unsympathisch halten. Allerdings hat Trump mit einem ähnlichen Image zu kämpfen. Er führt nach einer Auswertung der jüngsten Umfragen durch RealClearPolitics vor Clinton mit einem kleinen Vorsprung.

Sollte Clinton die Wahl gewinnen, wäre sie die erste Frau an der Spitze der USA. Bereits ihre Nominierung sei ein Meilenstein. "Wenn in Amerika Schranken fallen, ist der Weg für alle frei", sagte sie. Während der ersten drei Tage hatten bereits prominente Demokraten wie Barack und Michelle Obama oder Vizepräsident Joe Biden auf dem Parteitag für Clinton geworben. Sie warnten, dass Trump im Präsidentenamt gefährlich und polarisierend wäre.

Der Parteitag wurde von einer E-Mail-Affäre überschattet, die die Flügelkämpfe in der Partei offenlegte. Den Mails zufolge war die Parteiführung der Demokraten gegen eine Kandidatur des linken Senators Bernie Sanders, obwohl sie eigentlich neutral sein muss. Die Nachrichten wurden von Hackern erbeutet und durch das Enthüllungsportal WikiLeaks veröffentlicht.

Das FBI ermittelt Insidern zufolge nun wegen eines weiteren Hackerangriffes auf die Demokratische Partei. Ziel der Attacke sei diesmal das Democratic Congressional Campaign Committee (DCCC) gewesen, erklärten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach könnte die Tat mit dem ersten Hackerangriff auf die Parteiführung in Zusammenhang stehen.