Erstellt am 24. Mai 2016, 02:00

von APA/Red

Van der Bellen geht zu Fischer, die FPÖ geht in sich. Am Tag nach seinem Sieg bei der Bundespräsidentenwahl trifft der Grüne Alexander Van der Bellen am Dienstag gleich seinen künftigen Vorgänger. Heinz Fischer empfängt ihn um 12.00 Uhr in der Präsidentschaftskanzlei.

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Die FPÖ prüft unterdessen in einer Sitzung des Bundesparteivorstands, ob sie die Wahl anfechten will.

Der 72-jährige Van der Bellen hatte sich in der Stichwahl um das höchste Amt im Staat hauchdünn mit 31.026 Stimmen Vorsprung gegen seinen freiheitlichen Kontrahenten Norbert Hofer durchgesetzt. Ausschlaggebend waren dabei vor allem die am Sonntagabend noch nicht ausgewerteten Wahlkarten-Stimmen.

Van der Bellen dankte am Montag in seiner ersten Rede nach geschlagener Wahl zum Bundespräsidenten seinen Wählern. "Ich danke für dieses Vertrauen", meinte Van der Bellen vor Vertretern der in- und ausländischen Presse im Wiener Palais Schönburg. Seinem knapp unterlegenen Konkurrenten Hofer zollte er "persönlichen Respekt und Anerkennung" und gratulierte ihm "bei aller inhaltlichen Differenz" zu einem "sehr engagierten Wahlkampf".

Den Österreichern dankte Van der Bellen ganz generell dafür, "dass sie zur Wahl gegangen sind". Seine Mitgliedschaft bei den Grünen werde er ruhend stellen, kündigte Van der Bellen an.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hatte gemeint, man werde diesen Schritt ergreifen, wenn es Hinweise auf "Missstände substanzieller Art" gebe. Nach dieser Sitzung wird auch der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer ein Statement abgeben.

Abgesehen von der Bundespräsidentenwahl kommt es am Dienstag im dichten innenpolitischen Terminkalender auch zu einer Premiere im Bundeskanzleramt, wo Neo-Kanzler Christian Kern (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) erstmals gemeinsam nach dem Ministerrat vor die Presse treten wollen.