Erstellt am 24. April 2016, 20:30

von APA/Red

Van der Bellen in Wien vorne, Hofer in allen anderen Ländern. Zerrissen zeigte sich Österreich bei der Bundespräsidentenwahl am Sonntag: Wien (samt Umland), Graz und einige andere Städte wählten mehrheitlich Alexander Van der Bellen (Grüne), die kleineren Städte, Landgemeinden und ländlichen Regionen Norbert Hofer (FPÖ).

 |  NOEN, APA (ORF)

Dieser holte sich acht Länder, nur eines - Wien - ging an Alexander Van der Bellen, den gesamt Zweiten und damit Stichwahlkandidaten.

Die höchste Zustimmung - 42,78 Prozent nach dem vorläufigen Endergebnis ohne Briefwahl - zu Hofer gab es im Burgenland. Das seit dem Vorjahr rot-blau regierte Land wählte insgesamt eigenwillig: Auf Platz 2 und 3 finden sich Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) mit ihren bundesweiten besten Ergebnissen von 17,47 bzw. 12,84 Prozent.

Van der Bellen liegt mit 12,75 Prozent erst auf Platz 4 und Irmgard Griss auf 5. Was für die österreichweit auf den zweiten und dritten Platz gewählten Kandidaten die schlechtesten Ergebnisse waren.

Hofer fand seinen niedrigsten Zuspruch in Wien, wo die FPÖ schon bei der Gemeinderatswahl 2015 weniger Erfolg hatte als erwartet. Mit 29,28 Prozent hob er dort sein einziges Ergebnis unter der 30er-Marke aus, während er im Burgenland, Kärnten und der Steiermark über der 40er-Marke liegt.

Wien brachte umgekehrt Van der Bellen seinen einzigen 3er - mit 31,96 Prozent. Über 20 Prozent gab es für ihn in Tirol und Vorarlberg, wo die Grünen ebenfalls in der Landesregierung sitzen, und fast 20 Prozent im früher schwarz-grünen und jetzt schwarz-blauen Oberösterreich. Das Burgenland bestätigte sich als wenig grün, mit schwachen 12,75 Prozent, ebenso Kärnten mit 13,63 Prozent.

Die unabhängige Irmgard Griss, die lange Zeit noch auf den Einzug in die Stichwahl gehofft hatte, nahm Van der Bellen immerhin zwei zweite Plätze ab, in Kärnten und in der Steiermark. In Niederösterreich liegt sie zumindest nach dem Ergebnis ohne Briefwahl nur sehr knapp hinter Van der Bellen, mit 17,27 (gegen 17,58) Prozent. Die stärkste Zustimmung für die frühere OGH-Präsidentin gab es nicht in der steirischen Heimat, sondern in Vorarlberg mit 23,78 Prozent - was aber nur Platz 3 hieß.

Der Westen erwies sich einmal mehr als nur sehr schwach rot: Für Hundstorfer gab es in Vorarlberg nur 4,36 Prozent, in Tirol nur 6,10 und auch in Salzburg knapp weniger als zehn Prozent. Niederösterreich - dessen LH Erwin Pröll dann doch nicht selbst antreten hatte wollen - erwies dem ÖVP-Kandidaten Khol den höchsten Zuspruch, mit 14,14 Prozent. Sein schwächstes Ergebnis machte er in Wien, mit nur 5,70 Prozent. Richard Lugner war ebenfalls in Niederösterreich am stärksten (2,78 Prozent), im Burgenland und Oberösterreich überzeugte er nur 1,95 Prozent.