Erstellt am 12. August 2016, 09:06

von APA Red

Serie von Bombenexplosionen in Thailand. Bei einer Serie von Bombenexplosionen sind in Thailand mindestens vier Menschen getötet worden, unter den Verletzten ist auch eine Österreicherin.

 |  APA (AFP)

Die Polizei schloss allerdings einen Terrorakt aus. "Das ist nur örtliche Sabotage, die sich auf begrenzte Gebiete und Provinzen beschränkt", sagte der stellvertretende Sprecher der nationalen Polizei, Piyapan Pingmuang, am Freitag in Bangkok.

Demnach explodierten mindestens elf Bomben in insgesamt fünf Provinzen im Süden des Landes. Noch sei unklar, welche Gruppe hinter den Anschlägen stecke, sagte Pingmuang weiter. Er wies jedoch Spekulationen zurück, wonach muslimische Rebellen verantwortlich sein könnten. Die Anschläge ereigneten sich binnen 24 Stunden im Badeort Hua Hin, auf der Urlaubsinsel Phuket sowie im äußersten Süden des Landes, wie die Behörden mitteilten. Angaben zu getöteten Urlaubern gab es zunächst nicht.

Die Polizei wies ihre Sicherheitskräfte im ganzen Land an, die Sicherheit rund um wichtige Regierungsgebäude und Plätze, vor allem Busbahnhöfe, Bahnhöfe, Flughäfen, Touristenattraktionen, Restaurants und Vergnügungsviertel zu verstärken. Örtliche Medien berichteten von mehreren Feuern in südlichen Provinzen. Es war jedoch nicht sofort klar, ob die Brände in Zusammenhang mit den Bombenexplosionen standen.

Die Anschläge erfolgten einen Tag vor einem Feiertag zu Ehren des Geburtstags von Königin Sirikit und wenige Tage nach einem umstrittenen Referendum über eine von der regierenden Militärjunta ausgearbeitete Verfassung.

Die Militärjunta, die 2014 nach einer Phase blutiger Unruhen die Macht ergriffen hatte, hält sich selbst zu Gute, das Königreich wieder zu Stabilität und Ordnung geführt zu haben. Allerdings ist es auch dem Militär nicht gelungen, den seit Jahren im äußersten Süden des Landes schwelenden Aufstand muslimischer Rebellen in den Griff zu bekommen. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 6.500 Menschen getötet.

Die Österreicherin wurde bei den Bombenexplosionen in Hua Hin zum Glück nur leicht verletzt. Die Frau erlitt Schnittwunden und wurde zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht, das sie mittlerweile wieder verlassen konnte, wie der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll, auf APA-Anfrage mitteilte.

Die österreichische Botschaft in Thailand stehe mit der Frau in Kontakt, erklärte Schnöll Freitagfrüh. Ihre Heimreise habe sie für Anfang September geplant. Ob von den weiteren Explosionen, die sich am Freitag unter anderem auf der Urlauberinsel Phuket und erneut in Huan Hin ereigneten, ebenfalls österreichische Staatsbürger betroffen waren, war vorerst noch unklar. Das Außenministerium stehe diesbezüglich in ständigem Kontakt mit den lokalen Behörden.

Das Außenministerium empfahl auf seiner Homepage, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden unbedingt Folge zu leisten. Hohes Sicherheitsrisiko (Sicherheitsstufe 3) gelte für die Provinzen Narathiwat, Yala, Pattani und Songhkla, sowie Preah Vihear und Umgebung. Nach Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und muslimischen Bevölkerungsteilen wird vor nicht notwendigen Reisen in diese Provinzen abgeraten. Erhöhtes Sicherheitsrisiko (Sicherheitsstufe 2) gelte für den Rest des Landes. Für Urlaubsreisende und sonstige kurzfristige Aufenthalte werde die Reiseregistrierung des Außenministeriums ausdrücklich empfohlen.

In der Stadt Phuket kam laut Außenministerium mehrfach zu Angriffen gegen ausländische Touristen, teilweise durch einzelne Taxi- und Tuk-Tukfahrer, aber auch durch Banden. Zu erhöhter Vorsicht im Stadtgebiet wird geraten.