Erstellt am 06. Dezember 2015, 13:07

WAC und Altach sorgten für Zunder im Abstiegskampf. In Sachen Spannung steht der Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga dem Rennen um die Winterkrone um nichts nach.

Mit Ried (19 Punkte), dem WAC (19), Altach (22) und Grödig (23) müssen zumindest vier Teams, die innerhalb von vier Punkten liegen, zittern. Auch Mattersburg (23) könnte am Sonntagabend zu diesem "Club" gehören - wenn es im Heimspiel gegen Salzburg leer ausgeht.

Die steilste Formkurve dieses Quintetts weist derzeit ausgerechnet der WAC auf. Der Effekt des Trainerwechsels von Dietmar Kühbauer zu Heimo Pfeifenberger ist nicht ganz von der Hand zu weisen und zeigte sich auch am Samstag beim 2:0 gegen den Tabellenführer Austria Wien. Unter dem Neo-Coach holte man nun sieben von neun möglichen Zählern, die Lavanttal-Arena wird zur "Festung": Die jüngsten vier Siege - zwei davon freilich noch unter Kühbauer - feierte man allesamt vor Heimpublikum.

"Es war eines der wichtigsten Spiele überhaupt, mit diesem Sieg sind wir jetzt wieder dabei", jubelte Pfeifenberger, dessen Truppe ein beherztes Spiel ablieferte. Zu Beginn aggressiv, nach der Führung durch Silvio (20.) und besonders in der zweiten Hälfte überlegt, ließen die Kärntner den Gästen kaum Raum für gefährliche Aktionen. Eine echte Torchance in Violett blieb aus.

"Man sieht, wozu die Mannschaft in der Lage ist", freute sich Pfeifenberger gegenüber Sky Sport. Der Salzburger sieht sich in seiner Entscheidung wohl bestätigt. Schließlich hatte er schon bei seinem Amtsantritt am 25. November den guten Zustand des Teams betont. "Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft einen starken Willen hat und intakt ist", sagte der ehemalige Wr. Neustadt-Coach damals.

Im Herbstfinale am kommenden Samstag trifft der WAC pikanterweise auf die punktegleichen Rieder, die am Samstag bei Rapid 1:2 unterlagen, dabei aber 76 Minuten lang zumindest einen Punkt in der Tasche hatten. Für Ried-Coach Paul Gludovatz ist das Heimduell mit den "Wölfen" eine echte Herausforderung. "Wichtig ist, dass in diesem Showdown alle physischen Kräfte mobilisiert werden. Es gibt mir Zuversicht, dass wir hier (in Wien/Anm.) bis zur letzten Sekunde um den Ausgleich gekämpft haben", erklärte der Burgenländer.

Zwei andere Abstiegskämpfer standen sich bereits am Samstag gegenüber. Altach tauchte nach zwei Niederlagen en suite mit einem klaren 3:0 aus seinem Kurzzeittief, Trainer Damir Canadi wollte sich mit der Abstiegsfrage freilich nicht lange aufhalten. "Es ist alles sehr eng", meinte der Wiener lapidar, er freute sich lieber darüber, dass sein Team "eine Reaktion auf die letzten Spiele gezeigt hat".

Geknickt reagierte sein Grödiger Pendant Peter Schöttel, dessen Truppe mit der eigenen Konterwaffe geschlagen worden war. "Das ist ein Rückschlag für uns, ärgerlich", erklärte Schöttel. Illusionen macht er sich ohnehin keine. "Die halbe Liga ist definitiv im Abstiegskampf, es ist für uns nicht die große Überraschung, dass wir dabei sind. Ganz im Gegenteil, wir sind stolz darauf, dass wir vier Mannschaften hinter uns haben. Es wird aber ein schwieriges Frühjahr."