Erstellt am 10. Oktober 2015, 15:52

von APA/Red

Rennen um Wien-Wahl-Stimmen bis zuletzt. Wahlkampfabschlüsse beenden mitnichten den Wahlkampf, diese alte Weisheit hat sich am Samstag wieder einmal bewiesen.

Umringter Bürgermeister Häupl auf dem Viktor-Adler-Markt  |  NOEN, APA

Denn ungeachtet der mehr oder weniger bombastischen Schlussfeiern in den Tagen zuvor waren alle Parteien am Samstag eifrig am Wahlkämpfen, was auch erheblich zur Luftballon-Dichte an belebteren Plätzen der Stadt beitrug.

Appell von Häupl: "Wählt's gscheit"

Bereits am Samstagvormittag nutzte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) den Viktor-Adler-Markt für den finalen Wahlkampf und das Buhlen um Favoritner Stimmen. In seiner kurzen Rede geißelte er die FPÖ als "asoziale Partei", die der Zukunft der Stadt schaden würde. Wie schon am Abend zuvor beim Abschluss bat er die Zuhörer, sich am Sonntag zehn Minuten Zeit zu nehmen. "Wählt's gscheit", lautete sein Appell, bevor er sich für Autogramme und Selfies zur Verfügung stellte.

Ein Heimspiel absolvierte FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache dann in der Lugner City im 15. Bezirk, wo - schon eine Tradition - Center-Chef und Baumeister i.R. Richard Lugner die Spitzenkandidaten bzw. deren Vertreter empfing.

Strache hofft auf ein "blaues Wunder"

Befeuert von "HC, HC"-Rufen seiner Unterstützer spulte Strache sein Wahlkampfprogramm ab, warnte vor Islamisierung und hatte mit Sprüchen wie "Lieber ein Haus im Grünen als ein Grüner im Haus" die Lacher auf seiner Seite. Bevor es blaue Konfetti regnete, rief Strache dazu auf, wählen zu gehen - um das "blaue Wunder" einer FPÖ-Mehrheit und die Politpensionierung der Spitzen von SPÖ und Grünen zu erreichen. "Wir müssen so stark werden, dass die nicht an uns vorbeikönnen", sagte er.

Einen direkten Vergleich der Performance von Häupl und Strache in Rudolfsheim-Fünfhaus gab es nicht, denn in der Lugner City war Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) als Vertretung des SP-Chefs angekündigt, ebenso wie der Grüne Klubobmann David Ellensohn an Stelle von Spitzenkandidatin Maria Vassilakou. ÖVP-Obmann Manfred Juraczka aber ließ sich die Visite im Shoppingtempel nicht nehmen, und auch NEOS-Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger war angesagt.