Erstellt am 25. Juni 2016, 09:13

von APA Red

Zirnig und Hajek drängen auf mehr Qualität. Die Wien-Wahl und der erste Durchgang der Hofburg-Wahl waren kein Ruhmesblatt für Meinungsforscher. Die meisten Prognosen lagen weit neben dem Ergebnis.

 |  APA (Symbolbild/Keystone)

Um den Ruf der Wahlumfragen wieder zu verbessern, müssen Meinungsforscher und Medien auf Qualität setzen, konstatierten Peter Hajek und neuwal-Gründer Dieter Zirnig im APA-Gespräch. Sie haben dafür einen Kriterienkatalog erarbeitet.

Zunächst einmal gilt es für Hajek, die Qualität der Zusammenarbeit zu heben: Gute Arbeit könne nur gegen ausreichende Bezahlung geleistet werden; die Medienverlage sollten - trotz angespannter finanzieller Situation - zumindest wieder die Feldarbeitskosten voll abgelten.

Ständiger Kontakt (und nicht nur ad-hoc-Aufträge) würde das Know-How der Auftraggeber bei der Interpretation von Umfragen verbessern. Wahlumfragen sollten regelmäßig durchgeführt werden, um Trends besser darstellen und "Ausreißer" besser erkennen zu können. Eine, besser zwei Wochen vor dem Wahltag sollten aber keine Prognosen mehr veröffentlicht werden, fordert Hajek.

Ganz wichtig ist für Hajek und Zirnig Transparenz: Es müsse Standard werden, dass die Meinungsforscher den Medien alle Umfragedaten liefern - in Tabellenform, auch die Rohdaten und ihre Hochschätzung sollten erläutert, die Ergebnisse verbal interpretiert werden. Zudem müssten die Meinungsforscher mitteilen, ob und welche politischen Mandanten sie haben. Und sie sollten die zur Verfügung gestellten Informationen online publizieren.

Das Transparenzgebot gelte, so Hajek, aber auch für Medien gegenüber den Lesern: Keine Umfrage sollte veröffentlicht werden ohne Angabe von Auftraggeber, Institut, Umfragen- und Stichprobengröße, Umfragezeitraum, Schwankungsbreiten, Erhebungsmethode, Zielgruppe und genauer Fragestellung.

Für Leser, die sich genau informieren wollen, sollten Details online veröffentlicht werden. Wichtig wäre für den Meinungsforscher auch ein fixer Ansprechpartner in jeder Redaktion, der mit Umfragen umzugehen weiß und über statistisches Basiswissen verfügt.