Update am 17. Juli 2016, 14:52

37-Jähriger nach Attacke auf Polizisten erschossen. Ein 37-jähriger Österreicher ist Sonntagfrüh von Polizisten im Stiegenhaus eines Wohnhauses in Wien-Ottakring erschossen worden, nachdem er diese mit zwei Messern attackiert haben soll.

 |  APA

Die Beamten waren gegen 6.00 Uhr zu der Adresse in der Brüßlgasse in Wien-Ottakring gerufen worden, weil der Mann in seiner Wohnung randaliert hat. "Die Polizisten haben in einer offensichtlichen Notwehrsituation geschossen", Polizeisprecher Patrick Maierhofer.

Die vier Polizisten - es waren zwei Funkwagenbesatzungen an Ort und Stelle - hätten den Mann aufgefordert, die Waffen fallen zu lassen. "Er ist immer weitergelaufen, dann sind die Schüsse gefallen", so der Sprecher. Der Mann sei im Stiegenhaus zu Boden gegangen und kurze Zeit später am Tatort verstorben.

Die 30 Jahre alte Ehefrau des Mannes blieb laut Polizei hingegen körperlich unversehrt. Sie wurde einige Stunden nach dem Vorfall von den Beamten aus der Wohnung gebracht, im Landeskriminalamt einvernommen und wurde danach vom Kriseninterventionsteam betreut.

Polizist am Oberschenkel verletzt

Vom erschossenen Mann wisse man bisher nur, dass er in der Wohnung tatsächlich gewohnt habe und die österreichische Staatsbürgerschaft besitze, so der Polizeisprecher. Ob er polizeibekannt war oder etwa alkoholisiert gewesen sei, könne man hingegen noch nicht sagen.

Bei dem Einsatz wurde einer der Polizisten am Oberschenkel verletzt. Er wurde im Krankenhaus behandelt. Die drei anderen Kollegen betreute der psychologische Dienst der Polizei.

Die APA traf unterdessen am Tatort auf einen Mann, der angab, ein langjähriger Freund des Getöteten zu sein. Er sei herbeigeeilt, da ihn die Frau des Toten - sie stamme aus Russland - angerufen habe, erzählte er. Seinen Namen wollte er nicht nennen. Laut diesem Freund handelte es sich bei dem erschossenen Mann um einen gebürtigen Türken, der als Lkw-Fahrer gearbeitet und seit "zehn bis 15 Jahren in Österreich" gelebt habe. Er gab außerdem an, nichts von heftigen Auseinandersetzungen des Paares zu wissen: "Es waren eher allgemeine Streitereien."

Landespolizeidirektion Steiermark nimmt Untersuchungen auf

Mittlerweile übernahm die Landespolizeidirektion Steiermark die Überprüfung über die Rechtmäßigkeit des Waffengebrauchs durch die Polizisten. Die Beamten aus der Steiermark seien mittlerweile in Wien an Ort und Stelle und hätten ihre Untersuchungen aufgenommen, so der Sprecher. "Hier wird sich in den kommenden Tagen herausstellen bzw. bei der Tatrekonstruktion, wie sich das Ganze zugetragen hat."

Das Tatortteam sicherte bereits an Ort und Stelle die Spuren. Den Fall an sich übernahm das Landeskriminalamt Wien, konkret die Abteilung "Leib und Leben". Wie viele der Polizisten geschossen haben und die genaue Anzahl der Schüsse blieben vorerst offen: "Das kann man momentan noch nicht sagen". Sicher sei, dass "mehrere Schüsse" gefallen sind. Die Obduktion des Toten werde noch heute Nachmittag stattfinden - die Ergebnisse seien "frühestens" morgen, Montag, zu erwarten.