Erstellt am 20. November 2015, 17:26

Zahlreiche Tote bei Terroranschlag auf Luxushotel. Bei einem Terroranschlag auf ein Luxushotel in der malischen Hauptstadt Bamako sind am Freitag mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Zudem kam es zu einer Geiselnahme.

Islamistische Angreifer hatten zeitweise 170 Menschen in dem Hotel in ihrer Gewalt, bis Sicherheitskräfte den Komplex stürmten. Mittlerweile konnte die Geiselnahme beendet werden. Zu dem Angriff bekannte sich Al-Kaida.

Laut einer Mitteilung des Konzerns Rezidor, der das Hotel Radisson Blu im Zentrum von Bamako betreibt, befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs 140 Gäste und 30 Angestellte in dem Hotel. In den folgenden Stunden wurden dutzende Geiseln in Sicherheit gebracht.

Der malische TV-Sender ORTM berichtete von 80 befreiten Geiseln. Sicherheitsminister Traore erklärte, "rund 30 Geiseln" seien von den Spezialkräften befreit worden. Andere hätten allein aus dem Gebäude fliehen können.

Die Angreifer hätten einige Geiseln freigelassen, weil sie Verse aus dem Koran rezitieren konnten, verlautete aus den Sicherheitskreisen. Mindestens zwei Sicherheitsleute des Hotels wurden verletzt, als die Angreifer in das Gebäude eindrangen.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gelangten die Angreifer am Freitag in der Früh in einem Auto mit Diplomatenkennzeichen auf das Hotelgelände, eröffneten anschließend in der siebenten Etage das Feuer und riefen Augenzeugen zufolge "Allahu akbar" (Gott ist groß). Zu dem Überfall hat sich bisher niemand bekannt. Eine befreite Geisel sagte, die Angreifer hätten Englisch miteinander gesprochen.

Zu dem Angriff bekannte sich eine Gruppe des Terrornetzwerk Al-Kaida. Die in Nordmali aktive Islamisten-Organisation Al-Mourabitoun erklärte am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter, sie stehe hinter dem Überfall und der Geiselnahme. In der Gruppe haben sich Araber und Angehörige der Tuareg zusammengeschlossen.

Das Hotel mit rund 190 Zimmern liegt westlich des Stadtzentrums in einem Viertel, in dem sich auch mehrere Ministerien sowie Botschaftsgebäude befinden. Die Polizei sperrte die Gegend weiträumig ab. Unter den Geiseln befanden sich offenbar Franzosen, Türken, Algerier, Chinesen und Inder. Zwei Deutsche waren unter den befreiten Geiseln. Hinweise auf österreichische Geiseln oder Todesopfern lagen nach Angaben des Außenministeriums nicht vor.

An dem Einsatz waren einem CNN-Bericht zufolge auch US-Spezialeinheiten beteiligt. Frankreichs Präsident Francois Hollande kündigte an, sein Land werde alles tun, um die Geiseln in Sicherheit zu bringen. Frankreich hatte 2013 einen Militäreinsatz gegen Islamisten in der ehemaligen französischen Kolonie angeführt und ist derzeit noch mit Spezialkräften in dem Land vertreten. Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita beendete einen Kurzbesuch im Tschad vorzeitig und kehrte nach Bamako zurück.

Die EU-Trainingsmission in Mali (EUTM) hat unterdessen den Behörden des Landes Hilfe angeboten. Drei Rettungshubschrauber sowie die Kapazitäten des rund 60 Kilometer entfernten Militärhospitals in Koulikoro stünden bereit, um Opfer der Anschläge zu versorgen, sagte am Freitag ein EUTM-Sprecher der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die EU-Mission wird derzeit vom deutschen Brigadegeneral Franz Pfrengle geleitet. Österreich ist mit sieben Soldaten an der Ausbildungsmission beteiligt.