Erstellt am 28. März 2016, 12:39

von APA/Red

Zielpunkt-Pleite lässt Marktmacht anderer steigen. Die Zielpunkt-Pleite hat zu einem beträchtlichen Anstieg der in Österreich ohnehin hohen Marktkonzentration im Lebensmittelhandel geführt.

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Der Effekt auf die Marktmacht der verbliebenen Anbieter ist aus Sicht einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), aus der "Der Standard" online zitiert, groß, obwohl Zielpunkt nur drei Prozent Marktanteil hatte.

Dass in Österreich Lebensmittel teurer als in Italien und Deutschland sind, führt das Wifo aber mehr auf höhere Steuern und Arbeitskosten zurück, als dass Spar, Rewe, Hofer und Lidl rund 80 Prozent des Handels besetzen. Auch die höhere Dichte an kleinen Filialen sei ein Mitgrund. Einfluss auf die Preise habe auch der etwas geringere Anteil von Eigenmarken - hierzulande von 29 Prozent, in Deutschland von 35 Prozent.

Der enge Oligopolmarkt mit vielen Nachfragern und wenigen Anbietern fördert laut Wifo aber den Missbrauch von marktbeherrschenden Stellungen. Österreich habe hier präventiv "vollständig versagt". Es seien wettbewerbspolitische Versäumnisse der Vergangenheit, die eine derartig hohe Marktkonzentration überhaupt erst ermöglichten, heißt es dem Bericht zufolge in der Wifo-Studie. Auch sei das Kartellgesetz zu spät an die EU-Standards angepasst worden.