Erstellt am 16. Juni 2016, 11:11

von Elisabeth Kirchmeir

Zu dritt im Bett: Bei Vergewaltigung tatenlos zugesehen. Sexualstraftat im Bezirk: Tatenlos sah ein pakistanischer Staatsbürger zu, wie seine Freundin vergewaltigt wurde.

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In der Nacht von 25. auf 26. Dezember 2015 wurde in einer Wohnung im Bezirk Eisenstadt feuchtfröhlich gefeiert. Einige Gäste waren schon gegangen, als sich der Vorfall im Schlafzimmer des Gastgebers ereignete.

„Dritter Mann“ schlich sich unbemerkt ins Zimmer

Dort kam es zunächst zwischen dem 46-Jährigen und seiner 45-jährigen Freundin zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr. Zwischenzeitlich soll sich der 52-Jährige, der als Gast trotz später Stunde immer noch anwesend war, unbemerkt ins Schlafzimmer geschlichen und heimlich den Platz des 46-Jährigen eingenommen haben.

„Ich sagte: Lass‘ mich in Ruhe“, berichtete das Opfer bei der auf Video aufgezeichneten Einvernahme. Als sie sich gegen den Übergriff zu wehren versuchte und schrie, habe ihr Freund nur lapidar gesagt: „Halt den Mund, du Depperte!“

Gleich nach dem Vorfall habe sie die Vergewaltigung bei der Polizei anzeigen wollen, doch die Männer hätten ihr das Handy nicht gegeben, so das Opfer. Sie sei dann von den Männern nach Hause gebracht worden und habe noch in der selben Nacht Anzeige erstattet. Eine DNA-Analyse ergab, dass beide Männer mit der Frau sexuell intim gewesen sein müssen.

Von dem mutmaßlichen Vergewaltiger hat die Frau 3.000 Euro Schmerzensgeld bekommen. Ihr Ex-Freund soll ihr ebenfalls 3.000 Euro bezahlen, übergab aber bislang erst 550 Euro. Beide Männer wurden verurteilt: Der Ältere zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt, der Jüngere zu vier Monaten bedingt. Die beiden Angeklagten zeigten sich mit dem Urteil einverstanden.