Erstellt am 11. Juli 2016, 11:35

Schlichtungsstellen zogen positive Bilanz. Zusammenreden statt Streiten: unter diesem Motto arbeiten seit Jahresbeginn die heimischen Schlichtungsstellen.

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Und dieses Konzept schein aufzugehen: Von den fast 3.500 Verfahren sind bereits rund 3.000 erledigt, die Einigungsquote beträgt 63 Prozent, zog Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz Bilanz über die ersten sechs Monate.

"Nutzen Sie die Schlichtung", appellierte Stöger sowohl an die Verbraucher als auch an die Unternehmen, wobei letztere bei einigen Bereichen zur Mitwirkung verpflichtet sind. Insgesamt liegt die Teilnahmequote bei 91 Prozent. Doch weder Firma noch Beschwerdeführer müssen der vorgeschlagenen Einigung zustimmen. Dennoch sind nicht ganz zwei Drittel damit einverstanden.

Betrug oder Online-Fallen am häufigsten

Besonders attraktiv für die Konsumenten ist der Umstand, dass die Hilfe für sie kostenlos und zumeist äußerst einfach - online oder offline - in Anspruch genommen werden kann. Auch bei Fällen, die ausländische Anbieter betreffen, wird weitergeholfen. "Sechs von acht Schlichtungsstellen sehen vor, dass der Verbraucher schon versucht haben muss, mit dem Unternehmen auf einen grünen Zweig zu kommen", sagte Maria Reiffenstein, Leiterin der Sektion Konsumentenpolitik. Erst wenn dies nicht erfolgreich war, schalten sich die meisten Schlichtungsstellen ein.

Die Aufgabenfelder haben sich in der Vergangenheit durchaus gewandelt: In Sachen Telekommunikation gab es früher oft Probleme mit Datenverträgen, die bei Unachtsamkeit oft Rechnungen mit tausenden Euro zur Folge hatten. Heute sind es durch einen neuen Paket-Dienstleister mehr Fälle, die den Postweg betreffen.

Das Online-Shopping funktioniert mittlerweile - fast - klaglos, so Internet Ombudsmann Bernhard Jungwirth. Dafür gibt es oft Beschwerden bezüglich Datingportalen, Reise- oder Hotelbuchungen, Erotik-Abos sowie ungewollten Vertragsverlängerungen. "60 Prozent aller Beschwerden haben mit Betrug oder Online-Fallen zu tun", beschrieb Jungwirth seinen speziellen Aufgabenbereich.