Erstellt am 01. Juni 2016, 14:02

Stressfrei durchs Studium. Stress ist selbst gemacht und von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Im Studienleben ist das nicht anders. Immer mehr Prüfungen in immer kürzerer Zeit ist das Optimum. Der Druck auf Studenten wächst.

Redaktion

Welcher Student kennt das nicht: Prüfungen hier, Abgabetermine dort und zwischendurch noch eine Präsentation. Gerade zum Semesterende steigt der Druck auf Studierende. Stress entsteht. Am besten schnell studieren, um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, gebummelt zu haben. Schnell studieren auch deshalb, um die finanziellen Belastungen, die jedes Semester mit sich bringt, zu minimieren. Die Studenten stehen somit oftmals vor einem starken Erwartungs-, Leistungs- und Zeitdruck.

So düster, wie es klingt, ist es in der Realität nicht immer, denn: Indem man sich für ein Studium entscheidet, entscheidet sich ein Student in der Regel für seine Interessen. Er studiert das, was ihn im Grunde auch wirklich interessiert.

„Dadurch ist die Motivation natürlich viel größer. Die Anstrengungsbereitschaft ist da, wodurch sich Druck leichter bewältigen lässt“, so Norman Schmid, Psychologe und Leiter des Berufsverbandes österreichischer Psychologen, Landesgruppe Niederösterreich .

"Stress ist oft selbst gemacht"

Und Stress liegt stets im Auge des Betrachters und ist von unterschiedlichen Faktoren – die eigene Persönlichkeit, das Leistungsniveau, das Umfeld – abhängig. Diese sind auch ausschlaggebend, ob ein Student die Situation positiv oder negativ bewertet.

„Stress ist oft selbst gemacht und hängt viel vom eigenen Wertesystem ab“, so der Psychologe weiter. Reicht ein „Befriedigend“ auf die Prüfung oder muss es ein „Sehr gut“ sein? Je nachdem, wie der Student die Frage für sich beantwortet, empfindet er Druck, dieses Ziel zu erreichen. In diesem Fall handelt es sich um inneren Druck, der sich vom äußeren Druck unterscheidet, wenn beispielsweise eine gute Note für ein Stipendium notwendig ist.

Eine absolute Steigerung des Stresses ist die Prüfungsangst, die die gewöhnliche Aufregung vor einer Prüfung übersteigt. Dabei kann die Befürchtung, die Anforderungen der Prüfung nicht erfüllen zu können auf unterschiedliche Weise ausgelöst werden. Mögliche Ursachen können durch negative Vorerfahrung, durch negative Erzählungen anderer Leute, oder durch das eigene Selbstbild, etwas niemals schaffen zu können, hervorgerufen werden.

Den Körper und dadurch den Geist beruhigen

„Wichtig ist hier, die Negativsuggestion umzuprogrammieren. Schaffe ich es, meinen Körper zu beruhigen, dann beruhigen sich auch die Gedanken“, weiß Schmid und rät in solchen Fällen zur psychologischen Unterstützung, die hilft zu lernen, mit solchen Situationen umzugehen.

„Habe ich das einmal gelernt, lässt sich dies vielfältig anwenden – nicht nur in Prüfungssituationen, auch bei Bewerbungsgesprächen und Momenten, in denen ich mich unwohl fühle“, erklärt der Psychologe.

 

 

Tipps für einen guten Lernerfolg

Ein paar Tricks, wie man es gut vorbereitet und möglichst stressfrei durch die Prüfungszeit schafft:

  • Rechtzeitig mit dem Lernen beginnen und einen guten Lernplan erstellen.
  • Den Prüfungsstoff gut einteilen.
  • Aufs Wiederholen nicht vergessen: Je früher der Lernstoff wiederholt werden kann, desto besser bleibt es im Gedächtnis.
  • Auf ausreichend Schlaf achten.
  • Sich trotz umfangreichen Lernstoffes dennoch Freizeit gönnen, um Energie zu tanken und den Kopf freizubekommen.
  • Weitere Lerntipps sind auf www.studieren.at zu finden.

Entspannt durch die Prüfung:

  • Vor der Prüfung: Bewusst machen, dass man ausreichend gelernt hat.
  • Die Lernunterlagen nicht mehr unmittelbar vor der Prüfung auspacken. Stattdessen lieber für Ablenkung sorgen: ein entspanntes Gespräch mit Studienkollegen (nicht über die bevorstehende Prüfung!) oder noch ein wenig Musik hören.
  • Während der Prüfung: Ruhig durchatmen und Punkt für Punkt das Gelernte durchgehen.
  • Ist die Anspannung zu groß lohnt es, sich Entspannungsübungen anzueignen. Die Art des Trainings hängt von der eigenen Person und den Zielen ab. Informationen unter www.schmid-schmid.at