Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:48

von Christoph Hornstein

222 wollen einen Schutzweg. Viel Resonanz auf Unterschriftensammlung: Weidlinger wollen Sicherheit für ihre Kinder.

Die Bushaltestelle im Bereich der Steinwandgasse macht den Weidlingern Kopfzerbrechen. Sie fordern einen Schutzweg für ihre Kinder.  |  NOEN, WAGNER

Wie die NÖN Mitte September berichtete, fordert die Weidlinger Bevölkerung an der Ecke Brandmayerstraße/Steinwandgasse einen Schutzweg. Auslöser für diese Aktion ist die massive Gefährdung der Schulkinder, die an dieser Stelle die Fahrbahn bei der Nutzung des öffentlichen Verkehrs queren. 222 Unterschriften belegen, dass für die Bevölkerung ein Bedarf danach besteht.

„Grund dafür ist der bekannt starke Individual- und Schwerverkehr, der zum Teil mit massiv überhöhter Geschwindigkeit durchzieht, ohne dass von Gemeindeseite temporeduzierende Maßnahmen eingerichtet worden sind“, weiß der Initiator der Unterschriftenaktion Dieter Maurer. Das würden auch gravierende Verkehrsunfälle belegen, direkt an der Bushaltestelle Steinwandgasse.

Maurer: „Unser Anliegen der Einrichtung eines Fußgängerübergangs zum Schutz der Schulkinder im Bereich der Bushaltestellen Steinwandgasse hat in kurzer Zeit von weit mehr als 200 Bürgern schriftliche Unterstützung erhalten. Mit so massivem Zuspruch für einen einfachen Schutzweg hatten wir gar nicht gerechnet.“ Dies demonstriere den dringlichen Wunsch der Bevölkerung nach mehr
Sicherheit für Kinder auf diesem Straßenabschnitt, so Maurer.

Bürokratie soll überwunden werden

Die 222 Unterschriften wurden Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager mit der Bitte übergeben, sich persönlich für die Errichtung des Schutzwegs einzusetzen.
„Bürokratische Argumente in den Vordergrund zu stellen, wie es handle sich um eine Straße in ausschließlicher Zuständigkeit des Landes oder zu allererst müsse wohl eine Prüfung einer Mindestüberquerungszahl von Kindern erfolgen, würde die Bevölkerung nicht verstehen, nicht zuletzt da der Aufwand der geforderten Schutzmaßnahme in der Tat ein geringer ist“, drängt Maurer.

„Die Sache wird bereits im Verwaltungs- und Verkehrsausschuss behandelt“, so Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Auch sei mit der zuständigen Behörde, der Bezirkshauptmannschaft, nach einer ersten Verkehrsverhandlung Ende September schon Kontakt aufgenommen worden. Schmuckenschlager: „Entscheidend ist immer die Distanz zum nächsten Schutzweg, denn zu viele Zebrastreifen in unmittelbarer Nähe sind wieder ein Risiko für die Fußgänger.“

Mehr als 25 Fußgänger müssen es sein

Derzeit zählt die Bezirkshauptmannschaft die Anzahl der Querungen der Fußgänger zu Spitzenzeiten. Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer: „Wenn bei der Zählung die Zahl 25 innerhalb einer Stunde überschritten ist, dann stimmt das Land zu. Bei nur 24 nicht. Das ist leider so.“ Nachdem es sich hier um eine Bushaltestelle handelt, hält Kehrer persönlich einen Schutzweg für sinnvoll. In den nächsten Wochen könne man ein Ergebnis der Zählung erwarten.

Das geht Dieter Maurer zu langsam: „Faktum ist, dass jeder Unfall, bei dem ein Kind zu Schaden kommt, eine Katastrophe ist, besonders dann, wenn man ihn hätte vorab verhindern können.“ 222 Unterzeichner glauben, dass man dies verhindern kann.