Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:03

von Martin Gruber-Dorninger

40 Katzen beschlagnahmt. Tullner Amtstierarzt ging Anzeige nach und erlebte bei „Züchterin“ sein blaues Wunder. Fast alle Katzen krank und werden nun im Klosterneuburger Tierheim aufgepäppelt.

Die Katzen kämpfen derzeit im Klosterneuburger Tierheim ums Überleben.  |  NOEN, TH Klosterneuburg
Eine Tullnerin wollte sich eine Katze zulegen. Sie machte sich auf die Suche nach einem Züchter und wurde in der Blumenstadt fündig. Schnell kontaktierte sie die Züchterin, und wenige Tage später konnte sie den haarigen Vierbeiner im Kreise ihrer Familie willkommen heißen.

Kaum hat die Familie die Katze ins Herz geschlossen, schon wurde das Tier krank. Die Katzenmama ging mit dem neuen Liebling zum Tierarzt, der sofort einige Krankheiten feststellte. Die Tullnerin erstattete Anzeige bei Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler, der sich dann auch auf den Weg zur Züchterin machte und dort sein „blaues Wunder“ erlebte.

Die Züchterin hatte insgesamt rund 40 Katzen in ihrem Haus, 30 davon waren in einem stickigen Keller notdürftig untergebracht, zehn weitere im ersten Stock des Hauses. Obendrein waren fast alle Katzen krank. Dem Amtstierarzt blieb nichts anderes übrig, als die Vierbeiner zu beschlagnahmen.
Katzenschnupfen,

FIP und diverse Pilze

20 der Katzen wurden ins Tierheim Klosterneuburg, 20 im Tierschutzverein St. Pölten untergebracht. „Die Katzen haben Schnupfen, FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) und diverse Pilze“, ist Beatrice Aigner vom Klosterneuburger Tierheim bestürzt.

Eine Katze ist bereits qualvoll verendet. „Ihr war nicht mehr zu helfen. Ich hoffe, wir bringen die anderen noch irgendwie über die Runden“, berichtet Aigner von schlaflosen Nächten. Diese Art von Tierhaltung treibt ihr die Zornesröte ins Gesicht. „Das ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas erlebe. Doch es macht mich jedes Mal aufs Neue sehr betroffen“, berichtet Aigner.

Gegen die überforderte Katzenzüchterin wurde Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet.