Erstellt am 29. März 2016, 13:27

von Christoph Hornstein

Alternative: Jedem seine eigene Bank. Klosterneuburg gründet Österreichs erste Ethikbank mit. Ein spannender Vortrag zum Projekt Bank für Gemeinwohl.

Vortrag im Klosterneuburger Melarium: Birgitt Wodon-Lauböck stellt eine neue Bank zum Gemeinwohl aller Bürger vor. Foto: privat  |  NOEN, privat
In Österreich soll bald die erste ethische Alternativbank gegründet werden. Im Rahmen eines Vortrages im Klosterneuburger Melarium erläuterte die Referentin und Bankerin Birgitt Wodon-Lauböck das ehrgeizige Projekt: Zum ersten Mal entsteht hierzulande eine Bank, die den Bürgern Österreichs gehören wird und die sich dem Gemeinwohl verschreibt.

„Bank für Gemeinwohl“ wird sie heißen, lehnt Spekulation sowie intransparente Finanzprodukte ab und besinnt sich auf das ursprüngliche Kerngeschäft von Banken: Sparen, Kredite, Zahlungsverkehr und sonst nichts. Diese Bank wird Kredite nur an Unternehmen vergeben, die Gemeinwohlorientierung nachweisen – nach Kriterien wie Ökologie und Nachhaltigkeit, im Rahmen einer sogenannten Gemeinwohlprüfung.

Eine freie Genossenschaft trägt die zukünftige Bank und stellt das Startkapital zu Verfügung. Seit dem Sommer 2015 haben 3.000 Genossenschafter mehr als zwei Millionen Euro bereit gestellt. Mit sechs Millionen wird dann der Lizensierungsprozess bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht begonnen. Dieses Kapital soll spätestens 2017 erreicht werden.

Ab 200 Euro kann jeder mitgründen. Alle Mitglieder haben, unabhängig vom gezeichneten Zeichnungsbetrag, eine Stimme und werden somit Teil einer visionären genossenschaftlichen Community. „Alle mit dem jetzigen Bankensystem Unzufriedenen haben nun die Möglichkeit, etwas Konkretes zu tun, um bald ihr Konto bei einer Bank zu erhalten, der man wirklich vertrauen kann“, so Projekt-Sprecherin Teresa Arrieta.