Erstellt am 06. April 2016, 06:54

von Victoria Heindl

Asphalt statt Natur und Kultur. Beim Bahnhof Kritzendorf muss das Jugendstilhäuschen einer Park& Ride-Anlage weichen. Auch Naturschätze müssen übersiedeln.

Mit viel Liebe und Engagement verwandelte Edith Czernilofsky mit ihren Mitstreitern den Garten am Bahnhof Kritzendorf in ein Naturjuwel. Nun müssen er und das Jugendstilhäuschen einer Park&Ride-Anlage weichen.  |  NOEN, Mühlehner
Fahrgäste, die am Bahnhof Kritzendorf in den Zug steigen wollten, konnten sich die Wartezeit bislang mit einem Blick in die Gemeinschaftsgärten verkürzen. Nun fällt einer dieser beiden Gärten und das
Jugendstilhäuschen am Bahnsteig 1 dem Bagger zum Opfer. Statt des Natur- und Kulturjuwels soll nun eine Park&Ride-Anlage mit einer Elektrotankstelle entstehen.

Nicht nur in Kritzendorf, auch in drei weiteren Gemeinden werden in den nächsten Monaten Park&Ride-Anlagen entstehen beziehungsweise erweitert. „Der Grund dafür ist, dass im 18. Bezirk ab Herbst flächendeckende Kurzparkzonen errichtet werden“, erklärt Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB. Da eine solche Kurzparkzone auch im 19. Bezirk angedacht sei, werde der Bedarf an Park&Ride-Plätzen auch in Kritzendorf steigen.

Deshalb werden bis Juni nun das Jugendstilhäuschen, der Garten und einige Bäume weggerissen. Ob der Brunnen, der sich neben dem Häuschen befindet, erhalten bleiben kann, wird derzeit von der ÖBB geprüft.

Auch Ortsvorsteherin Ingrid Pollauf hofft noch auf eine alternative Lösung. „Natürlich brauchen wir Park&Ride-Plätze, aber es wäre schön, wenn wir trotzdem den Garten und das Jugendstilhäuschen erhalten könnten.“

Pflanzen sollen gerettet werden 

Damit zumindet die Pflanzen des Gartens auf Bahnsteig 1 diese Umbauten überleben, bitten nun Edith Czernilofsky und Augustine Mühlehner vom Verein „Natur-Kunst-Vermittlung“ um die Unterstützung der Kritzendorfer. „Wer findet, dass der Gemeinschaftsgarten ein erhaltungswürdiges Projekt ist, kann zum Kräuterstübchen kommen, mitarbeiten, mitreden, Kräuter und Pflanzen näher kennenlernen und Visionen weiterentwickeln – für unser Kritzendorf“, hofft Mühlehner auf Hilfe von den Kritzendorfern, um dieses Naturjuwel zumindest teilweise erhalten zu können.

Wie viel Zeit dazu noch bleibt, ist noch nicht klar. Der Überlassungsvertrag mit dem Verein „Natur-Kunst-Vermittlung“ wurde von der ÖBB bereits gekündigt. Die Abrissarbeiten sollen aber noch in diesem Sommer stattfinden.