Erstellt am 10. Januar 2016, 18:22

von Christoph Hornstein

Attentat in Ägypten - Opfer: "Dachte, ich stell mich tot". Das Kritzendorfer Ehepaar Weislein wurde Opfer des Terrors in Ägypten. Die NÖN sprach mit den Beiden.

Nach dem Spitalsaufenthalten wurde das Kritzendorfer Ehepaar Renate und Wilhelm Weislein herzlich im Hotel empfangen.  |  NOEN, Foto: privat

Über die Motive des Attentats im Hotel „Bella Vista“ im ägyptischen Urlaubsort Hurghada herrscht noch immer Rätselraten. Zwei Kritzendorfer erlebten den Angriff im wahrsten Sinne des Wortes hautnah: Sie wurden verletzt und mussten drei Tage im Spital behandelt werden.

„Wir bleiben und kommen wieder"

Renate und Wilhelm Weislein leben in Kritzendorf und sind bedingungslose Ägypten-Fans. Jede Minute ihrer Freizeit verbringen sie im Urlaubsort Hurghada. Was sie aber jetzt erlebten, werden sie sicher nie vergessen. Trotzdem: „Wir bleiben und kommen wieder.“

Am Freitag, 8. Jänner, stürmen zwei junge Männer, offensichtlich unter Einfluss von Drogen, die Eingangshalle des Hotels „Bella Vista Ressort“ in Hurghada. Sie attackieren Hotelgäste, darunter Renate und Wilhelm Weislein aus Kritzendorf. 

„Ich dachte zuerst, das sei ein Überfall“, schildert Renate Weislein die Schreckensminuten weiter. Dann wird es aber ernst. Ehemann Wilhelm wird in den Rücken gestochen, Renate bekommt eine Schnittwunde im Hals ab. „Das hat nicht lang gedauert. Ich war zuerst gar nicht geschockt, doch dann hab ich Blut gesehen und Angst bekommen. Ich hab mit gedacht, jetzt leg ich mich da her und stell mich tot“, schildert Renate Weislein weiter.

Die Hotel-Security und die Hotelpolizei eröffnen das Feuer. Ein Angreifer wird erschossen, der zweite schwer verletzt und verhaftet.

Drei Tage im Spital behandelt

Nachdem die Angreifer ausgeschaltet wurden, brachte die Rettung das Kritzendorfer Ehepaar sofort in das Spital. Dort wurden sie behandelt und nach drei Tagen wieder entlassen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden in Ägypten sofort verschärft. Tourismusminister Hicham Zazou: „Das Wohl der Touristen in Ägypten ist und bleibt für uns von großer Bedeutung.“

Derzeit halten sich nach Angaben des Außenministeriums etwa 600 Österreich im ägyptischen Badeort Hurghada auf. Allen wurde angeboten, sich ausfliegen lassen zu können, viele haben dieses Angebot auch angenommen. Nicht so die beiden Kritzendorfer: „Es ist geschehen, aber wir sind in guten Händen. Warum sollen wir nach Hause fliegen, wenn nichts Ärgeres passiert?“

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