Erstellt am 13. Dezember 2015, 06:08

von Martin Gruber-Dorninger

Auch ein Propst will gewählt werden. In einer Woche wählen die Chorherren ihren Praepositus für die nächsten zehn Jahre. Backovsky ist Favorit.

 |  NOEN

Seit 1995 ist Bernhard Backovsky der Propst des Stiftes Klosterneuburg, seit 2002 Generalabt der Österreichischen Kongregation und seit 2010 Abtprimas und somit der weltoberste Chorherr. Was viele nicht wissen: Zum Propst muss man von seinen Mitbrüdern gewählt werden, damit man die übrigen Ämter überhaupt erst bekleiden kann. Am Montag, 14. Dezember, ist es wieder so weit: Der Propst des Stiftes Klosterneuburg wird für die nächsten zehn Jahre gewählt.

Weißen Rauch, der über dem Stift aufsteigt, darf man sich an diesem Tag nicht erwarten, dennoch weist die Wahl des Propstes kleine Parallelen zur Papst-Wahl auf. Wahlberechtigt sind alle Chorherren, die im Stift die ewige Profess abgelegt haben, und das seit mindestens fünf Jahren. Somit sind 41 von derzeit 47 Chorherren wahlberechtigt. „Diese ziehen sich dann im Kapitelsaal zurück und wählen den Propst“, erklärt der Pressesprecher des Stiftes Walter Hanzmann.

Chorherren schreiten zur Urne

Die Wahl wird geheim mit Urnengang durchgeführt, jeder der Chorherren ist wählbar. Für Hanzmann gibt es klarerweise einen Favoriten, nämlich den derzeitigen Propst Abtprimas Bernhard Backovsky. „Er ist ein Mann der Verbindung und des Brückenbauens und unter den Chorherren sehr beliebt“, so Hanzmann. Der Gewählte kann die Wahl selbstverständlich ablehnen, dann erfolgt ein weiterer Gang an die Urne. Der neue oder alte Propst wird dann im Zuge einer Messe der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Propst ist nicht nur der „Chef“ des Stiftes, er ist der oberste Vorstehende des geistlichen und auch des wirtschaftlichen Segments. Er bestimmt zudem den Kämmerer, den Novizenmeister, den Kustos und den stellvertretenden Propst. Derzeit bekleiden Walter Simek, Anton Höslinger, Nicolaus Buhlmann und Benno Anderlitschka diese Ämter.