Erstellt am 30. Oktober 2015, 05:07

von Christoph Hornstein

Baustelle mit Pannen?. Gemeinderat Hofbauer kritisiert Baustellenführung des Happyland. Geschäftsführer Konvicka: „Sind bis Ende November fertig.“

Die Fliesen lösen sich in beiden Schwimmbecken. Für Gemeinderat Peter Hofbauer ein »Pfusch«. Für Geschäftsdführer Stefan Konvicka nicht vorhersehbar.  |  NOEN, Hornstein

Gemeinderat Peter Hofbauer (Liste Peter Hofbauer) ist einer der härtesten Kritiker des Sanierungsprojekts Happyland. Dass jetzt die Renovierung statt 14 Millionen 15 kostet, bestätigt ihn in seinem Credo, auch ernsthaft einen Neubau des Sportcenters in Erwägung gezogen zu haben. Das ist allerdings nun Schnee von gestern, denn die Arbeiten sind voll im Gange. Mit vielen Pannen, wie Hofbauer meint. Die NÖN machte einen Lokalaugenschein auf der Baustelle.

Als schwerwiegendste Kritik sieht Hofbauer die Nichteinhaltung des Bauzeitplanes. Tatsächlich wurde die Öffnung zumindest eines Teiles des Schwimmbereichs mehrmals verschoben. Die letzte Verschiebung ist auf Sanierungsarbeiten wegen aufgetretener Schäden an der Verfliesung der Becken zurückzuführen. Hofbauer: „Laut Anschlag bei der Kassa sind die aufgetretenen Schäden auf unvorhersehbare Spannungen zurückzuführen. Für wirkliche Fachleute mit entsprechender Erfahrung und Praxis wären diese Schäden sehr wohl vorhersehbar“, so Hofbauer.

Restauranteröffnung mehrmals verschoben

Dass ein seriös erstellter Bauzeitplan nicht eingehalten wurde, ist für Hofbauer auch aus der mehrmaligen Verschiebung der Eröffnung der Gastronomie ersichtlich. „Die Vorlage des Bauzeitplanes erfolgte trotz meines Ersuchens nicht. Es ist wohl ganz offensichtlich, dass der Bauzeitplan nicht eingehalten wurde.“ Im September 2014 wurde der Betrieb des Happyland Restaurants eingestellt. Im Amtsblatt wurde die Wiedereröffnung für Sommer 2015 angekündigt. Im „Happy News“ für Ende Mai. „Die Vorlage des Bauzeitplanes erfolgte trotz meines Ersuchens nicht“, so Hofbauer. Und weiter: „Mehr als ein Jahr für den Umbau eines Restaurants? In diesem Zeitraum baut man anderswo einen Wolkenkratzer.“

Hofbauer hat in der Gemeinderatssitzung vom 3. Juli eine Reihe von Fragen betreffend die Sanierung gestellt und angekündigt, eine genaue Kontrolle aller bisherigen Abwicklungen im Zusammenhang mit dem bisherigen Baugeschehen zu fordern. „Die bisherigen Begründungen für die Tatsache, dass entgegen ursprünglichem Masterplan mit Millionenaufwand der Fußballplatz auf jenen Flächen situiert wurde, auf denen sich die Tennisplätze befanden und umgekehrt, sind nicht plausibel“, so Hofbauer. Eine Instandsetzung der Anlagen wäre für ihn ausreichend gewesen.

Beschwerden gab es auch über die Tennishalle. Tennisspieler Hofbauer dazu: „Der derzeitige Zustand ist jedenfalls wesentlich schlechter als der an und für sich schon miserable Zustand vor der Sanierung.“ Auch hinsichtlich Energieeffizienz sind für Hofbauer kaum Maßnahmen erkennbar.

„Wenn meine beiden Enkerln mit LEGO spielen, ist mehr System zu erkennen als bei der Sanierung des Happyland.“ Peter Hofbauer, Gemeinderat

Die NÖN konfrontierte Geschäftsführer Stefan Konvicka mit den Vorwürfen. „Natürlich gibt es einen Bauzeitplan. Die Verschiebung der Eröffnung des Restaurants ist auf den Konkurs des Vorpächters zurückzuführen.“ Die Spannungsschäden bei den Schwimmbecken seien wirklich nicht vorhersehbar gewesen. Dazu gäbe es ein Gutachten. Das Wasser musste man aber auslassen, um die notwendigen Reparaturarbeiten durch führen zu können.

Den Tausch der Situierung des Fußball- und der Tennisplätze sei in der Gemeinderatssitzung abgesegnet worden, und zwar deshalb, weil man sich die Möglichkeit eines weiteren Hallenbaus offenlassen wollte. Und das ginge eben nur im Anschluss an bestehende Gebäude. Mit der neuen Wärmepumpe, neuen Wänden und mit dem neuen Eingang sei auch der Energieeffizienz Rechnung getragen worden. Der Bauzeitplan sei voll eingehalten worden. Konvicka: „Das Happyland wird bis Ende November 2015 fertig sein.“