Klosterneuburg

Erstellt am 27. Juli 2016, 05:04

von Christoph Hornstein

Klosterneuburg: Die besten 250 knapp verfehlt!. Alljährlich werden die 250 bonitätsstärksten Gemeinden in Österreich erhoben. Klosterneuburg ist knapp nicht dabei.

 |  NOEN, Wikimedia

Wer sich auf Pump ein neues Auto kaufen will, muss sich einer Bonitätsprüfung unterziehen. Schlechte Nachrichten darüber können sogar einen neuen Handyvertrag vereiteln. Aber wie steht’s mit der Bonität der österreichischen Gemeinden und der von Klosterneuburg?

Alljährlich lässt „public“ von den Experten des KDZ (Zentrum für Verwaltungsforschung) die Bonität aller österreichischen Gemeinden analysieren. Nach dieser Analyse werden die bonitätsstärksten 250 österreichischen Gemeinden angeführt. Klosterneuburg ist leider nicht dabei, aber verfehlt nur knapp das Ranking.

Kennzahlen der Analyse

Gemeinden im Burgenland und in Salzburg weisen auch im diesjährigen Bonitätsranking die besten Werte auf. In Niederösterreich zeigt sich hingegen ein homogenes Bild. Die Gemeinden verteilen sich gleichmäßig auf die unterschiedlichen Bonitätsstufen. Die beste niederösterreichische Gemeinde ist Gresten mit Platz 4. Mehr als 60 niederösterreichische Gemeinden schafften es unter die ersten 250. Allerdings konnten nur die ins Rennen gehen, die auch im Rahmen der Aktion „Offener Haushalt“ ihre Finanzen im Internet jährlich veröffentlichen. Klosterneuburg tut das. Auf www.offenerhaushalt.at kann jeder Einsicht in die Klosterneuburger Finanzen nehmen.

Die Analyse der Gemeindehaushalte basiert auf der Berechnung von Kennzahlen im Rahmen des schon seit vielen Jahren vom KDZ verwendeten KDZ-Quicktests. Mit diesen Kennzahlen werden die Gemeindefinanzen auf Basis des Voranschlags- und Rechnungsquerschnitts anhand der vier Dimensionen Ertragskraft, Eigenfinanzierungskraft, Verschuldung und finanzielle Leistungsfähigkeit analysiert. Zu den Kennzahlen zählen die öffentliche Sparquote, die Eigenfinanzierungsquote, die Verschuldungsdauer, die Schuldendienstquote, die finanzielle Leistungsfähigkeit, die Eigenfinanzierungsquote und der Verschuldungsgrad.

Punkte nach Schulnotenprinzip

Der KDZ vergibt dann nach dem Schulnotenprinzip Punkte. So hat die Gemeine mit der besten Bonität, die Gemeinde Reichersberg in OÖ, 1,07 Punkte, der 250. Platz – die Gemeinde Hartberg Umgebung in der Steiermark – 1,71 Punkte. Mit 1,86 Punkten schließt hier Klosterneuburg an, ist aber nicht mehr im Ranking geführt.

„Das machen wir absichtlich, um die schlechter gereihten Gemeinden nicht in einem schlechten Licht stehen zu lassen“, erklärt Thomas Prorok, stellvertretender KDZ-Geschäftsführer. Daher gäbe es keine genaue Platzierung von Klosterneuburg. Die Kennzahl aus „offenerhaushalt.at“ gäben aber den Hinweis darauf, dass Klosterneuburg nur knapp aus dem Ranking gerutscht sei.

„Unabhängig vom Ranking versuchen wir immer, eine stabile Finanzpolitik zu machen“, so Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Dabei hätte die Stadtgemeinde in den letzten Jahren stark Schulden abbauen können. Mit dem Ankauf der Kaserne, der Sanierung des Happylands, dem Neubau des Kindergartens in Kritzendorf, dem Neubau des Feuerwehrhauses in Weidling und dem möglichen Ankauf des BH-Gebäudes werde man aber den finanziellen Spielraum, der geschaffen wurde, wieder ausreizen müssen. Persönlich hält Bürgermeister Schmuckenschlager diese Rankings für interessant, man müsse aber bedenken, dass gerade kleine Gemeinden weniger strukturelle Aufgaben zu erfüllen haben als große Gemeinden wie Klosterneuburg. „Ich hoffe, dass dieser Nachteil mit dem neuen Finanzausgleich beseitigt wird“, schließt Schmuckenschlager.