Klosterneuburg

Erstellt am 01. Dezember 2016, 13:09

von Christoph Hornstein

Nur Klosterneuburgs FPÖ ist für Hofer. Fast geschlossen stehen Stadtparteien hinter Van der Bellen. FPÖ ortet tiefes Wahlkampf-Niveau.

Josef Pitschko (FPÖ).  |  NOEN

Der längste Wahlkampf der Zweiten Republik könnte nächsten Sonntag zu Ende gehen. Nach fast einem Jahr Wahlkampf soll Österreich am 4. – oder vielleicht erst am Montag, 5. Dezember – wieder einen Bundespräsidenten haben. Die NÖN fragte nach den Einschätzungen der Klosterneuburger Politiker über den Wahlausgang.

Bürgermeister in überparteilicher Initiative für "VdB"

Teresa Arrieta von der PUK greift Bürgermeister Schmuckenschlager scharf an.  |  NOEN

Außer der Klosterneuburger FPÖ bekennen sich alle Fraktionen offen zu Alexander Van der Bellen. Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) tut das sogar im Rahmen der überparteilichen Initiative „Überparteiliche Initiative „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für Alexander Van der Bellen“: „Ich werde als Österreicher und Vater Alexander Van der Bellen aus drei wesentlichen Gründen meine Stimme geben. Erstens möchte ich Verbesserungen der Europäischen Union, ohne das gesamte Friedensprojekt infrage zu stellen. Zweitens schätze ich Politiker mit hohem Umweltbewusstsein, denn ich stamme aus einer Stadt mit sehr hoher Lebensqualität dank einer intakten, schützenswerten Natur. Schlussendlich kann ich keinen Parteifreund wählen und entscheide mich für jenen, der unabhängiger agieren kann und von parteipolitischen Machtinteressen weniger beeinflussbar ist.“

Grüne-Chef Sepp Wimmer spricht von Geheimaktion. NÖN

 |  NOEN

Dass der Chef der Klosterneuburger Grünen, Sepp Wimmer (Foto oben), voll und ganz hinter Van der Bellen steht, ist nicht verwunderlich: „Er wird neuer Bundespräsident.“ Und wie beurteilt Wimmer den Wahlkampf? „Ein Wahlkampf über die Dauer eines Jahres überfordert Bevölkerung und Kandidaten und kostet zu viel Geld.“

FP-Pitschko: „Wahlkampf auf einem äußerst tiefen Niveau“

Stefan Mann (SPÖ).  |  NOEN

Für SPÖ-Stadtrat Stefan Mann ist das Ergebnis schwer vorherzusagen. Hofer dürfte derzeit vorne liegen, auch wenn Mann ein Bundespräsident, der Van der Bellen heißt, lieber wäre. Mann befürchtet, dass „etliche Van der Bellen-Wähler auch aus dem sozialdemokratischen Bereich diesmal nicht zur Wahl gehen könnten.“ Es werde davon abhängen, ob es in den letzten Tagen gelingt, die Wähler davon zu überzeugen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

„Die Unterstützer des linken und jetzt angeblich parteiunabhängigen Präsidentschaftskandidaten Van der Bellen haben den Wahlkampf auf einem äußerst tiefen Niveau mit miesesten Unterstellungen und Lügen geführt. Mich erschüttert, dass auch gebildete Klosterneuburger sich von diesen Dreckschleuderern und Besudlern beeinflussen lassen und Van der Bellen wählen wollen“, nimmt FPÖ-Fraktionschef Josef Pitschko in gewohnt harscher Art und Weise zum bevorstehenden Bundespräsidentschaftswahl Stellung.

Die PUK hofft in ihrem Statement auf einen Van der Bellen-Sieg, „weil er in einer immer stärker polarisierten Gesellschaft ein Mann des Ausgleichs ist.“ Für Peter Bachmann von den NEOS wirken beiden Kandidaten nicht sehr authentisch: „Ich nehme Hofer nicht ab, was er sagt, aber auch Van der Bellen wirkt im Trachtenjanker sehr gekünstelt.“ Peter Hofbauer (Liste Peter Hofbauer) unterstützt Van der Bellen offiziell in einem lokalen Komitee.

Die Abwicklung der Wahl mit den notwendigen Wahlbeisitzern ist in Klosterneuburg gesichert.

 |  NOEN