Erstellt am 02. Dezember 2016, 05:00

von Claudia Wagner

Mehr Platz ist in Kierling Mangelware. Im Kindergarten, in der Schule und auf den Straßen herrscht Platznot. Bei „Offen gesagt“ wurden Lösungen diskutiert.

Ortsvorsteher Johann Fanta (2.v.l.), Wirtin und Gemeinderätin Barbara Probst und VP-Ortsparteiobmann Peter Mayer (3.v.r.) begrüßten Stadtamtsdirektor Michael Duscher, Baudirektor-Stellvertreter Peter Neubauer und Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager in Kierling.  |  NOEN, Wagner

Besonders groß war das Willkommenskomitee für den Stadtchef nicht. Nur rund 20 Kierlinger folgten der Einladung zum Bürgerdialog. Auch wenn die Besucherzahl nicht die gleiche war – im Fokus standen ähnliche Themen wie im Vorjahr: Kindergarten, Schule und die Parkproblematik.

„Wir müssen in Maria Gugging mehr Platz schaffen, dann haben wir in Kierling den Druck rausgenommen.“

Dem vollen Kindergarten soll der Nachbarort nun Abhilfe leisten . Schmuckenschlager: „Wir müssen in Maria Gugging mehr Platz schaffen, dann haben wir in Kierling den Druck rausgenommen.“ Auf Dauer ist diese Lösung aber nicht – die Stadt müsse auch in Kierling mehr Platz schaffen.

Eine ähnliche Situation spielt sich bei den etwas Größeren ab. Mit etwa 170 Kindern stößt die Volksschule an ihre räumlichen Grenzen, da die Kinder immer mehr Zeit in der Schule verbringen. Neue Horträume sollen 2017 in der Schulwartwohnung bereit gestellt werden. „Weitere Expansionsgelüste hätten wir mit der Schule, aber da muss man den finanziellen Rahmen beachten“, so der Stadtchef.

Aber nicht nur bei der Kinderbetreuung fehlt Platz, sondern auch auf den Straßen. Besonderer Brennpunkt: das Ortszentrum. Nach der Anregung aus dem Publikum sollen die beiden Salzbehälter und der Sandhaufen in der Dietschen verlegt werden – so werden die sechs verstellten Flächen wieder frei. Die Problematik ist dadurch aber noch lange nicht gelöst.

Auch für Ortsvorsteher Johann Fanta ist der Parkplatzmangel um den Kirchenplatz nichts Neues. Zum alten System – mit für das Ärztezentrum reservierten Flächen – möchte er aber nicht zurück: „Das hat früher auch nie funktioniert.“

Bushaltestellen und Gehsteig als Parkplatz

Man könne nur die Kurzparkzone verlängern, „aber das wird nicht viel ändern“, so Fanta. Privatparkplätze beim eigenen Heim können die Situation hingegen entschärften. „Gerade an der Hauptstraße sind viele Häuser, die ein Potenzial hätten, am Eigengrund was aufzustellen“, so Schmuckenschlager.

Dass viele Kierlinger das nicht nutzen, zeigen Erfahrungsberichte beim Bürgerdialog: Oft sollen Pkw nämlich in Bushaltestellen oder am Gehsteig parken. Der Stadtchef reagiert prompt: „Darauf werden wir die Exekutive hinweisen.“

Ein Grund, warum Parkplätze Mangelware sind, sei die fehlende Infrastruktur in Kierling, so die Besucher. „Wie sollen die Leute vom Auto weg, wenn sie gezwungen sind, ins Kaffeehaus zu fahren?“ Dafür fehle Gastronomie- und Veranstaltungsangebot vor Ort.

Das sei aber nicht in der Hand der Stadt: „Es gibt die Redlingerhütte und die La Strada. Jedem ist es unbenommen, Unternehmer zu werden“, schließt Schmuckenschlager ab.