Erstellt am 28. Juli 2016, 10:01

von Martin Gruber-Dorninger

Amir Abou-Roumié: „Dachte, es sei ein Scherz“. Teil des Jubiläums Star Trek feiert sein 50-jähriges Bestehen mit Ausstellung in Kalifornien. Einer der Künstler ist der Klosterneuburger Amir Abou-Roumié, ein eingefleischter Fan.

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Er ist Klosterneuburger, ein anerkannter Künstler und ein großer Star Trek-Fan. Die Rede ist von Amir Abou-Roumié, der nun ein Kunstwerk bei der ComicCon im amerikanischen San Diego, anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums von Captain Kirk und Spock, persönlich präsentieren durfte. Mit der NÖN blieb er währenddessen in Kontakt und berichtet über seine Erlebnisse.

Angefangen hat alles in der Kindheit. Amir Abou-Roumié saß täglich mit seiner Schwester vor dem TV-Gerät und verfolgte die neuesten Abenteuer des Raumschiffs Enterprise. „Ich war fasziniert vom Weltall, den mysteriösen Geschichten und den zahlreichen, teilweise absurden Geschichten, die zu sehen waren“, erinnert sich Abou-Roumié. Besonders beeinflusste ihn dann die „Next Generation“ und da vor allem Captain Jean-Luc Picard. „Selten gibt es so eine philosophisch angelegte Figur im Fernsehen – einerseits Kapitän des Schiffes, ein Abenteurer, der keine Herausforderung scheut, andererseits ein Humanist, der Geschehnisse kritisch reflektiert“, ist Abou-Roumié auch nicht entgangen, dass die Hauptperson der Serie Moby Dick zitiert und erläutert. Außerdem faszinierte ihn die Zukunftsvision, eine Welt ohne Geld, die Überwindung von Krieg und Ungerechtigkeit, ein Universum mit zahlreichen Facetten, unterschiedlichen Rassen, Raumschiffen und Charakteren.

„Homestead“ überzeugt auch die CBS-Jury

Die Macher von Star Trek ließen sich auch für das Jubiläum etwas Besonderes für ihre Fans einfallen. Derzeit läuft nicht nur der neue Film „Beyond“ in unseren Kinos, es ist auch eine neue Serie geplant. Obendrein veranstaltet CBS „Star Trek 50 to 50“, und genau da wollte Amir Abou-Roumié dabei sein. „Ich habe vor rund zwei Jahren ein Mail erhalten. Darin wurde ich eingeladen, als einer von 50 Künstlern an der Ausstellung mitzuwirken“, konnte Abou-Roumié sein Glück kaum fassen. Zunächst dachte er, es handle sich um einen Scherz, und musste sich mehrfach die Augen reiben, ehe er dem Mail Glauben schenken konnte. „Danach habe ich einen Entwurf eingereicht, der anscheinend gefallen hat, und dann mein Bild fertiggestellt“, so Abou-Roumié.

Das Werk heißt „Homestead“ und zeigt eine Szenerie, die in den Serien kaum Beachtung findet: einen typischen Morgen in San Francisco, dem Hauptquartier der Sternenflotte, und das, bevor das wahrliche Abenteuer beginnt. Der Alltag ist darin eingekehrt. Die Charaktere gehen zum Bus, der sie in die Arbeit führt, grüßen einander, während sich das Unheil im Hintergrund bereits anbahnt. Jede Szenerie scheint eine Hommage an die Filme und die Serien von Star Trek aus den letzten 50 Jahren. „Mein Lieblingsfilm ist der vierte Teil ,Zurück in die Gegenwart’“, verrät Abou-Roumié, der schon immer viel gezeichnet hat. „Angefangen hat alles mit Comics in der Schülerzeitung, später folgten Illustrationen fürs Technische Museum Wien oder App-Design für Mathematik für Kinder“, so Abou-Roumié. Mit 16 war er dann in San Diego für einen Sprachaufenthalt. „Ich habe meine Gastfamilie angebettelt, mit mir zur ComicCon zu gehen. Dort habe ich dann zahlreiche amerikanische Cartoonisten und Illustratoren entdeckt“, spricht Abou-Roumié von Peter Bagge oder Gary Larson. Damals habe er auch gesehen, dass Illustrator ein wirklicher Beruf sein kann, mit dem man seinen Lebensunterhalt bestreitet.