Klosterneuburg

Erstellt am 05. April 2017, 05:01

von Christoph Hornstein

FP Klosterneuburg: „Verbot erhöht den Reiz“. Nikotinkonsum soll ab Mitte 2018 erst ab 18 erlaubt sein. Was sagen Klosterneuburgs Politiker dazu?

An Mitte 2018 soll das Rauchen für Jugendliche erst ab dem vollendeten 18. Lebensjahr erlaubt sein.  |  NOEN, shutterstock/Africa Studio

Rauchen ist ungesund, und je früher man damit beginnt, desto schädlicher ist es für den Organismus. Diese Tatsache nahmen sich die Landesjugendräte zu Herzen und haben in einer zweitägigen Konferenz in Krems einen Beschluss gefasst: Mitte 2018 soll das neue Alterslimit für den Kauf von Zigaretten von 16 auf 18 Jahre angehoben werden. Parallel wird ein neues Präventions-Paket geschnürt.

Belgien, Luxenburg und Österreich. Das sind die drei letzten Länder in Europa, die Rauchen ab 16 Jahren erlauben. Jetzt soll Österreich den anderen Ländern folgen, nicht zuletzt deshalb, weil Österreich an erster Stelle im Europa-Ranking der jugendlichen Raucher steht.

„Ob ein Verbot der Weisheit letzter Schluss ist, stelle ich infrage. Ich würde da mehr auf Aufklärung setzen.“ Gesundheitsstadtrat Stefan Mann (SPÖ)

Das Hinaufsetzen des Mindestalters auf 18 Jahre löst allerdings auch Diskussionen aus. Die versteht der Klosterneuburger Jugendgemeinderat Florian Havel (ÖVP) allerdings nicht: „Ich finde diese Maßnahme richtig. Der frühe Einstieg zum Rauchen wird damit auch hinaufgesetzt.“ Hätten die Kinder früher mit 14 Jahren begonnen, so fangen sie jetzt vielleicht erst mit 16 Jahren an. Einen Anschlag auf ein selbstbestimmtes Leben und auf eine Überregulierung sieht Havel nicht: „Das war ja vorher auch reguliert. Es wurde ja nur das Mindestalter erhöht.“

Ähnlich reagiert Gesundheitsstadtrat Stefan Mann (SPÖ): „Das ist grundsätzlich ein positives Signal. Es zeigt, dass der Jugendschutz ernst genommen wird, und dass die Jugendschutzgesetze endlich zwischen den Bundesländern koordiniert werden.“ Trotzdem zeigt der Gesundheitsstadtrat eine gewisse Skepsis darüber, ob ein Verbot wirksam ist oder ob nicht gerade das Verbot den Reiz, es trotzdem zu tun, fördert. Mann: „Ob ein Verbot der Weisheit letzter Schluss ist, stelle ich infrage. Ich würde da mehr auf Aufklärung setzen.“

Zugang zu Zigaretten erschweren

Schulstadträtin Maria-Theresia Eder (ÖVP): „Prinzipiell ist in den Schulen und davor das Rauchen verboten. Es stellt sich nur die Frage, inwieweit das vor den Schulen exekutiert wird.“ Die Schulstadträtin sieht das Thema aber doch durchaus zweischneidig: „Einerseits wollen wir die Jugendlichen zu selbstständigen Erwachsenen erziehen und andererseits muss man aber feststellen, dass die meisten Jugendlichen rauchen und schon etwas gemacht werden muss, damit der Zugang zu Zigaretten erschwert wird.“ Wer in jungen Jahren rauche, setzt das später auch fort. Spätbeginner gäbe es wenige.

Die Klosterneuburger Grünen stehen mit ihrer Meinung voll hinter dem Beschluss der Landesjugendräte. „Ich sehe das als durchaus positive Entwicklung“, so der Fraktionschef der Grünen Sepp Wimmer. Er würde sich aber auch beim Alkoholkonsum schärfere Schranken wünschen. „Es ist nicht einzusehen, dass die Jugendlichen erst ab 18 Jahren rauchen dürfen, aber zu harten Alkoholika schon früher Zugang haben“, so der Grüne Fraktionschef Wimmer.

Der freiheitliche Stadtrat Josef Pitschko geht mit der ablehnenden Meinung der Landes-FPÖ konform. „Bereits jetzt greifen viele unter Sechzehnjährige zur Zigarette, mit einem Verbot wird der Reiz für Jugendliche nur noch größer“, so Pitschko. Mit sechzehn Jahren dürfe man bei Wahlen, die über Zukunft des Landes entscheiden, die Führerscheinausbildung beginnen, in Niederösterreich sogar harte Alkoholika konsumieren, aber Entscheidungen über die eigene Gesundheit dürfe man nicht fällen.

Pitschko fordert stattdessen eine umfassende Aufklärung an den Schulen über die Schädlichkeit des Rauchens. Auch die Trafikanten seien Leidtragende der sich immer wieder verändernden Gesetze.

Pitschko abschließend auch selbstkritisch: „Ich bin als Kettenraucher natürlich der Meinung, dass Rauchen nicht gesund ist und würde lieber mit dem Rauchen nicht angefangen haben.“

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