Erstellt am 16. März 2016, 04:34

von Christoph Hornstein

Die Schalter bleiben an. Am 19. März werden alle Denkmäler und Wahrzeichen zum Zeichen für den Schutz unseres Planeten verdunkelt. Nur das Chorherrenstift macht nicht mit. Aus einem guten Grund.

Am Abend des 19. März verdunkeln sich alle Denkmäler und Wahrzeichen auf der Welt. Nur das Stift Klosterneuburg bleibt beleuchtet. Der Grund: Für eine internationale Fernsehaufzeichnung wird Licht benötigt.  |  NOEN, Hornstein

2015 gingen in weit mehr als 7.000 Städten in 172 Ländern die Lichter aus. Tausende Denkmäler und Sehenwürdigkeiten fielen eine Stunde lang ins Dunkel. „Earth Hour“ nennt sich diese Aktion, und sie soll ein Zeichen für den Schutz unseres Planetens und der Forderung nach mehr Klimaschutz sein. Auch heuer gibt es dieses Zeichen wieder: Am Samstag, 19. März, von 20.30 bis 21.30 Uhr werden die Lichter am gesamten Globus ausgeschaltet. Nur das Stift Klosterneuburg wird dabei nicht mitmachen. Das erzürnt Umweltstadtrat Sepp Wimmer: „Dieses unsolidarische Verhalten verstehe ich nicht.“

In Österreich werden auch heuer wieder die Wahrzeichen aller Landeshauptstädte verdunkelt. Alleine in Wien machen das Rathaus, das Schloss Schönbrunn, die Gloriette und viele andere Gebäude mit. In Salzburg wird die Festung und die gesamte Altstadt verdunkelt.

Wimmer: „Stift verweigert diese Geste"

„Nur das Chorherrenstift Klosterneuburg, als Wahrzeichen Niederösterreichs verweigert diese einstündige Geste,“ so der grüne Stadtrat. Die Stiftsbeleuchtung, die die Stadtgemeinde bezahlt, werde ohnehin um 22 Uhr abgeschaltet. Nur weil es vielleicht eine Veranstaltung gäbe, nicht auf diese Stunden Beleuchtung zu verzichten, ist Wimmer unverständlich und er fordert eine Geste des Entgegenkommens. Wimmer: „Vielleicht weiß Abtprimas Propst Bernhard Backovsky gar nichts von diesem Ansinnen und einige Mitarbeiter haben dies so entschieden. Es ist einfach schade, dass Klosterneuburg hier mit seinem Wahrzeichen sich nicht in die Reihe der anderen österreichischen Wahrzeichen einreihen wird können.“

„Das ist intensiv besprochen worden“, so der Presssprecher des Chorherrenstifts Walter Hanzmann. Er betont, dass es sich dabei nicht um eine Bösartigkeit des Stifts handle, sondern um eine Notwendigkeit. „Wir haben genau an diesem Tag, zu dieser Zeit die internationale Ausstrahlung eines Konzerts und brauchen das Außenlicht für die Fernsehaufnahmen.“

Internationale Fernsehübertragung

Fünf Kameras werden da sein, die Innen- und Außenaufnahmen der Stiftskirche machen werden. „Da ist die Beleuchtung einfach notwendig“, so Hanzmann, der darauf hinweist, dass das Stift mit seinen Betrieben sehr darauf bedacht ist, im Sinne der Umwelt zu agieren.