Erstellt am 02. Mai 2016, 12:22

von Christoph Hornstein

Ein Bier erobert die Welt. 2006 wurde ein Kürbiskern-Bier in Klosterneuburg das erste Mal vorgestellt. Heute wird es bereits weltweit verkauft. Dahinter steht B(r)aumeister Aleksander Kordyka.

 |  NOEN, www.core-beer.com
Der nächste Sommer kündigt sich schon an, und was wäre ein Sommer ohne erfrischendes Bier. Dass es Abwechslung am Biermarkt gibt, dafür sorgt ein Pole, der nach Klosterneuburg gezogen ist, um den Biermarkt zu erobern. Und das hat er.

Nachdem er mit seinem Kürbiskern-Bier „Core“ die ganze Welt erobert hat, steigt nun auch der Lebensmittelkonzern „Rewe“ in die Vermarktung ein. „Du wirst die ganze Welt erobern, aber Österreich erst zuletzt“, hat man Braumeister Aleksander Kordyka prophezeit, und so geschah es auch.

Eigentlich ist der polnische Braumeister Baumeister. 1980 kam er von Polen nach Klosterneuburg, um zehn Jahre bei der Baufirma Schaffer Häuser für Klosterneuburger zu bauen. Dann machte er sich selbstständig. „Nebenbei hatte ich die österreichische Vertretung für Hanfbier, wollte aber ein Bierprodukt, das es noch nicht gibt“, erzählt der Geschäftsmann.

Prominentes Bier-Rezept

Der Kontakt mit dem bayrischen Biersommelier Bernhard Sitter war Goldes wert. Ihm kaufte Kordyka die Rezeptur für sein Kürbiskern-Bier ab. Sie ist jetzt gemeinsam mit dem Produktnamen auf der ganzen Welt geschützt.

2006 wurde sein Bier das erste Mal verkostet und kam auf die Karte der Gastmeisterei des Stifts Klosterneuburg. Der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte, die man sich sonst nur aus Amerika erzählt. Heute, zehn Jahre danach, gibt es Kordykas Bier in Italien, Polen, Tschechien, in der Slowakei und in den USA – was mit besonderen Schwierigkeiten verbunden war. „Budweiser legte sich quer, aber schlussendlich bin ich auch in Amerika gelandet. Dort heißt das Bier ‚Kor‘, erzählt Kordyka stolz.

Aber auch das ist noch nicht die ganze Welt. Nach einer internationalen Messe in Shanghai klingelte bei Kordyka das Telefon, und die ersten Bestellungen für China wurden auch schon geordert. Und mit Taiwan und Korea geht es weiter.

„Ich bin ein Botschafter Österreichs"

Das in Salzburg und Tschechien gebraute Kraftbier „Core“ ist schon etwas Besonderes. Die weltberühmten steirischen Kürbiskerne machen es dazu. „Ich bin ein Botschafter Österreichs, denn mein Bier wird sofort mit Österreich und der Steiermark verbunden“, so der Braumeister.

2.000 Hektoliter hat Kordyka letztes Jahr in etwa eine Million Flaschen gefüllt. Und es soll noch mehr werden. „Mit den USA, Korea und Taiwan wird sich die Produktion erheblich steigern“, blickt Kordyka in eine rosige Zukunft.

„Core“ steht in den Merkur-Regalen

Denn jetzt ist endlich auch der österreichische Markt auf den erfolgreichen Bierbrauer aufmerksam geworden. „Rewe“ hat ab nun das Kürbiskern-Bier in den Merkur-Regalen stehen, und bei Spar steht es auf der Warteliste. Kordyka: „Ich hoffe, im Sommer 2016 gibt es ‚Core‘ auch in den österreichischen Spar-Märkten.“

Natürlich ist Aleksander Koryka auch noch Baumeister mit seiner eigenen Baufirma. Wenn man ihn aber nach der Wertigkeit seiner beiden Tätigkeiten fragt, bekommt man eine klare Antwort: „Mein Bier ist wie mein eigenes Kind.“