Erstellt am 27. Januar 2016, 17:58

von Victoria Heindl

Ein Schatz aus der Vergangenheit. Im Strombad Kritzendorf wurde ein 80 Jahre alter Film gefunden. Filmmuseum Wien versuchte das Material zu retten.

Bei Niederwasser wurde der etwa 80 Jahre alte 8mm-Film beim Strombad Kritzendorf freigelegt.  |  NOEN, www.schlot.at - M.Mraz
Dass die Donau so manche Schätze verbirgt, dürfte allen Menschen, die sich gerne an ihrem Ufer aufhalten, bekannt sein. Doch im Dezember machte Markus Mraz bei einem Spaziergang einen besonderen Fund. Bei winterlichem Niederwasser wurde eine Filmrolle freigelegt. Das besondere daran: ihr Alter. Vor etwa 80 Jahren wurde der Film belichtet. Nun wurde versucht, das Material, mithilfe des Filmmuseums Wien, wieder sichtbar zu machen.

„Bereits im Spätsommer 2015 habe ich im Strombad Kinder beobachten können, wie sie von ihnen gefundene Filmrollen abwickelten und mit dem Film ihre am Strand stehenden Eltern eingewickelt haben“, erzählt Mraz. So war er nicht sehr überrascht über seinen jetzigen Fund aus der Vergangenheit.

„Es wäre schön gewesen, wenn wir wenigstens ein Bild gefunden hätten“, bedauert Raoul Schmidt von der Filmsammlung des Filmmuseums. Er befreite den Film nach der Trocknung von groben Sediment.

Film aus der Donau war Premiere für Museum

Für den erfahrenen Fachmann aus dem Wiener Filmmuseum war die Arbeit mit Material aus der Donau ebenfalls eine Premiere. Allerdings war die Emulsion, also die Chemie, die für das belichtete Material verantwortlich ist, auf den ersten paar Metern des „GEVAERT“-Films, der in Belgien hergestellt wurde, vollständig verschwunden. Erst im Inneren gab es belichtetes Material, allerdings ohne ein klares Bild. „Das ist klar, wenn ein Film so lange im Wasser gelegen ist“, erklärt Schmidt.

„Ich hatte entgegen jeder Vernunft – man sehe sich den Film nur an – gewisse Erwartungen an das Bildmaterial und war dann ein wenig enttäuscht“, berichtet Marz.

Auch wenn das Ergebnis der Analyse des Films eher enttäuschend war, freut sich das Filmmuseum immer über solche Schätze aus der Vergangenheit. „Wenn man altes Filmmaterial findet, kann man sich gerne mit uns in Verbindung setzen“, hofft Schmidt auf weitere Fundstücke. Vielleicht auch wieder aus dem Strombad Kritzendorf.