Erstellt am 13. Januar 2016, 05:48

von Claudia Wagner

Eine Zeitreise in die Vergangenheit. Peter Havel, Initiator von www.chirchlingen.at,beleuchtet die Geschichte von Kierling und von den Chirchlingern.

Auf der Homepage www.chirchlingen.at arbeitet Peter Havel die Geschichte Kierlings auf.  |  NOEN, www.chir-chlingen.at

Mehrere Wochenstunden sind im Terminkalender von Peter Havel fix verplant – denn da widmet sich der Kierlinger der Recherche. Havel stöbert in Stiftsarchiven und der Nationalbibliothek, um die Geschichte der Katastralgemeinde zu verstehen und weiterzuerzählen. Was er bereits entdeckt hat, erzählt der Hobby-Historiker auf seiner Homepage www.chirchlingen.at .

Und da macht Havel einen Sprung ins 13. Jahrhundert, genauer gesagt ins Jahr 1233. Damals wurde das heutige Kierling zu einer eigenen Pfarre, noch unter dem Namen Chirchlingen nach dem Geschlecht der Chirchlinger, die in den Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts erwähnt werden.

Chirchlinger auch im Waldviertel verbreitet

Als Ministerialen – also Beamte im Dienst der österreichischen Herzöge – kamen die Chirchlinger zu Ruhm. „Durch Heirat und vermutlich auch kriegerische Handlungen kamen sie zu umfangreichen Gütern“, schildert Havel. So waren die Chirchlinger auch im Waldviertel verbreitet. Sie besaßen – neben dem heutigen Kierling – auch Rastenberg, Niedernonsdorf, Gutenbrunn und Wiesenreuth.

„Die wohl bekannteste Schlacht auf dem Marchfeld trug ebenfalls zur Gewinnung von Länderei bei“, erzählt der Hobby-Historiker weiter. Auf welcher Seite die Chirchlinger gekämpft haben, sei jedoch ungewiss, „da sie zuerst unter dem Herzog Ottokar II. und später unter dem Habsburger Rudolf dienten.“

Bis ins 14. Jahrhundert konnten die Chirchlinger ihre Güter erhalten. Erst am 24. September 1382 musste die letzte urkundlich erwähnte Chirchlingerin, Margareth, die Gebiete abgeben: „Sie musste gegen 1.200 Pfenninge die Burg an die Habsburger abtreten“, schließt Havel ab.