Erstellt am 01. April 2016, 04:14

von Martin Gruber-Dorninger

Feinstaub: Die Stadt kann aufatmen. Maßnahmen der Stadtgemeinde und eine Verlegung des Messstandortes führten zu einer klaren Verminderung der Werte.

Umweltstadtrat Sepp Wimmer (Grüne), Umweltgemeinderat Leopold Spitzbart und Energieeffizienzstadtrat Roland Honeder auf der Messstelle an neuem Standort.  |  NOEN, SG Klosterneuburg

Die Babenbergerstadt hat ein Feinstaubproblem: So hieß es in einigen Berichten. Die Anzahl der Überschreitungen, das heißt ein höherer Wert als 50 µg pro Kubikmeter, konnte – laut einer Aussendung der Stadtgemeinde – um 60 Prozent reduziert werden.

Der Feinstaub ist in aller Munde, doch nicht nur da, sondern auch in Hals, Nase und in unseren Atemwegen. Feinstaub ist ein Teil des sogenannten Schwebstaubs, der zu 50 Prozent aus Teilchen besteht, die einen Durchmesser von zehn Mikrometern (PM10) haben. Die Größe ist hier entscheidend, denn die Teilchen gelangen so ungehindert bis in unsere Lungen. In höheren Konzentrationen ist der Staub auch verantwortlich für die Verschlimmerung von Lungenkrankheiten und kann sogar Herzinfarkte verursachen. Das zusätzlich Gefährliche daran ist der Umstand, dass der Feinstaub mit bloßem Auge nicht gesehen werden kann. Sensible Messgeräte müssen daher eingesetzt werden.

Klosterneuburg hatte in den vergangenen Jahren stets mit häufigen Überschreitungen dieser Grenzwerte zu kämpfen doch nun gibt es diesbezüglich gute Nachrichten und auch eine Begründung für die hohen Werte der Vergangenheit. „Die Luftgütemessstelle wurde auf Anordnung vom Referat Luftgüteüberwachung von der Wienerstraße/Ecke Markgrafengasse zum Park&Ride Parkplatz beim Kierlinger Bahnhof übersiedelt“, erklärt Umweltgemeinderat Leopold Spitzbart.

Mehr Autos, dennoch niedrigere Werte

Es habe sich gezeigt, dass der Standort zwischen den hohen Mauern keine optimale Luftdurchströmung habe und dadurch die Ergebnisse verfälscht wurden. „Beim neuen Standort fahren täglich über 28.000 Autos vorbei, das sind um etwa 13.000 Autos mehr als beim alten Messpunkt, da in diesem Bereich die Umfahrungsstraße in einem Tunnel verläuft, und dennoch sind die Werte deutlich niedriger“, so Spitzbart.

Die Stadtgemeinde verweist darauf, dass es nicht nur aufgrund der Verlegung des Messstandortes, sondern auch aufgrund von Maßnahmen zu
einer Reduktion gekommen ist. „Zur Feinstaubbelastung tragen meistens mehrere Verursacher bei. Zum Beispiel betreffen die Emissionen aus dem Hausbrand vor allem veraltete Festbrennstoffheizungen. Durch moderne Heizungssysteme und Wärmedämmung können die Emissionen wirksam reduziert werden“, führt Energieeffizienzstadtrat Roland Honeder aus.

Umweltgemeinderat Leopold Spitzbart setzt fort: „Die Feinstaubbelastung ist in den letzten Jahren laufend gesunken. So sind die Überschreitungen um knapp 60 Prozent reduziert worden.“ Honeder sieht die Stadtgemeinde aufgrund der neuesten Ergebnisse daher auf einem guten Weg.

Überschreitungen

  • 2010: 42

  • 2011: 42

  • 2012: 28

  • 2013: 23

  • 2014: 24

  • 2015: 17

Quelle: www.umweltbundesamt.at